Archiv der Kategorie: Ausrüstung

Spaziergang durch Nabburg mit dem Yongnuo 50mm/1.8 Objektiv am Vollformat

Nabburg mit dem Yongnuo 50mm/1.8 an der Nikon D800

In diesem Beitrag zeige ich noch einige Testfotos, entstanden bei einem kurzen Spaziergang durch die Altstadt von Nabburg in der Oberpfalz. Aufgenommen wurden alle Fotos mit der Nikon D800. Meist wurde offenblendig fotografiert. Nur manchmal wurde ein bißchen abgeblendet.

Nikon D800 mit dem Yongnuo YN 50mm/1.8

Die Fotos wurden in RAW aufgenommen und in Lightroom entwickelt. Dabei fiel mir des öfteren die starke Vignettierung des Yongnuo auf. Am Crop-Format verwendet sollte dies nicht störend wirken.

Hier nun die Testfotos (Klick macht groß!):

Im letzen Beitrag habe ich bereits erste Eindrücke vom Yongnuo 50mm/1.8 mit Nikonbajonett geschildert.

Yongnuo 50mm/1.8

Yongnuo 50mm/1.8 für Nikon

Yongnuo YN 50mm/1.8

Die chinesische Firma Yongnuo hat sich mit günstigen Blitzgeräten und Funkblitzauslösern einen Namen gemacht. Seit einiger Zeit gibt es auch sehr günstige Objektive von Yongnuo. Ich habe mir ein 50mm/1.8 mit Nikonbajonett besorgt. Für ein Drittel des Preises eines Nikkor 50mm/1.8G. Rein optisch sieht das Yongnuo dem Nikkor sehr ähnlich. Dies ist besonders deutlich bei der Bauform, der Gummierung und dem AF/MF-Schalter zu sehen. Auch die Original-Nikkor-Streulichtblende passt beim Yongnuo wie angegossen. (Beim Yongnuo selbst ist keine Streulichtblende enthalten.) Bei Yongnuo’s Canon-Modell ist die Ähnlichkeit zum Original-Canon auch nicht zu übersehen. Im folgenden Bild ist das Yongnuo links und das Nikkor 50mm/1.8G rechts zu sehen.

Optische Ähnlichkeit zwischen dem Yongnuo links und dem Nikkor rechts

Hier die beiden Objektive an einer Nikon D800:

Zuerst das Yongnuo:

Yongnuo YN 50mm/1.8 an einer Nikon D800

Und hier das Nikkor:

Nikkor 50mm/1.8G an einer Nikon D800

Ein paar weitere Ansichten (Klick macht groß!):

Neu kommt das Yongnuo-Objektiv mit je einer lila Schutzfolie auf der Front- und an der kameraseitigen Linse. Hat man also zuerst ein stark farbstichiges Bild, sollte man nochmal checken, ob wirklich beide Schutzfolien entfernt wurden. Das hatte ich bei noch keinem anderen neuen Objektiv gesehen. Geeignet ist das Yongnuo übrigens auch für Vollformatkameras. Der ganze Sensor wird belichtet.

Günstig ist das Yongnuo ja, aber wie sieht es mit der Bildqualität aus, die es produziert? Dazu habe ich einen direkten Vergleich mit dem Nikkor an der Nikon D800 (36MP) angestellt. Dabei musste ich feststellen, dass sich die Bildqualität durchaus sehen lassen kann. An den unten gezeigten Vergleichsbildern fällt sofort auf, dass das Yongnuo direkt aus der Kamera etwas flauere Farben liefert. Die Bilder mit dem Nikkor sind deutlich brillanter. Auch die Vignettierung (bei den Beispielbildern links oben besonders deutlich) ist beim Yongnuo stärker. Bei der 100%-Vergrößerung (aus der Nähe der Bildmitte) erscheint das Bild vom Yongnuo etwas schärfer! Die Vergleichsbilder wurden als RAW aufgenommen und in Lightroom ohne weitere Entwicklungseinstellung als JPG exportiert. Alle Bilder wurden bei der Offenblende F1.8 und 1/4000 s bei ISO320 aufgenommen.

Wer die Original-RAW-Dateien selbst vergleichen will, der kann sie unter den folgenden Links herunterladen:

Fazit:

Da man ja RAW-Dateien sowieso entwickelt, kann man die (geringen) Nachteile des Yongnuo 50mm/1.8 gegenüber dem Nikkor 50mm/1.8G in der Nachbearbeitung leicht kompensieren. Im Zentrum scheint das Yongnuo offenblendig sogar einen Tacken schärfer zu sein als das Nikkor. Wer also nur ein kleines Budget zur Verfügung hat, der kann sich durchaus für das Yongnuo entscheiden. Besonders als Anschaffung eines lichtstaken zweiten Objektivs nach einem Kit-Objektiv.

Nur die wenigsten Fotografen werden dieses Objektiv an einer so hochauflösenden Kamera wie der Nikon D800/810 oder der neuen Nikon D850 einsetzen. Da ich mir für meine DSLR-Webcam, einer Nikon D3000 mit bereits 80000 Auslösungen auf dem Buckel, einen sehr günstigen Gebrauchtbody (5000 Auslösungen) als Ersatz besorgt habe, werde ich das Yongnuo 50mm/1.8 an diesem Ersatzbody (10MP) betreiben. Als „Immer-Im-Auto-Kamera“. Da ist nicht viel kaputt, wenn die Kombi (D3000 mit dem YN50mm/1.8) gestohlen wird und ich habe immer, also wirklich immer, eine Kamera dabei falls gerade meine D800 nicht zur Hand ist. Die beste Kamera ist ja bekanntlich die Kamera, die man gerade dabei hat. 😉

Nikon D3000 mit Yongnuo 50mm/1.8

Yongnuo 50mm/1.8 für Nikon

Das Neptune Convertible Art Lens System

Geliefert in einer grasgrünen Schachtel (siehe letzten Blogeintrag) umfasst das Neptune Convertible Art Lens System momentan eine für alle Objektive des Systems zu verwendende Blendenbasis und drei Festbrennweiten. Diese haben alle einen eigenen Namen:

  • das 3.5/35mm THALASSA,
  • das 2.8/50mm DESPINA und
  • das 4.0/80mm PROTEUS.

Die Objektive sind sehr kompakt, da es sich einerseits um manuelle Objektive handelt (kein Autofokus möglich) und zum anderen nicht am Kamerabody, sondern an der Blendenbasis angeschlossen werden. Ein Blendensystem für alle Objektive!

Die Blendenbasis hat keinen Chip, Exifdaten werden also nicht abgepeichert. Die Blendenlamellen lassen sich stufenlos durch Drehen am entsprechenden Ring verstellen. Für die drei Objektive sind verschiedene Markierungen mit den üblichen Blendenwerten an der Basis angebracht. In schwierigen Lichtsituationen haben die Blendenöffnungen noch einen Spielraum zu größeren Blendenöffnungen als angegeben. Dabei kann sich die Bildqualität u.U. etwas verschlechtern. Außerdem gibt es die Möglichkeit, bei geöffneten Blendenlamellen Scheiben mit speziellen Blendenformen in die Basis einzusetzen. Damit lassen sich im Bokeh bei Spitzlichtern Formen erzeugen.

Die Blendenbasis

Das Neptune Objektiv System soll vom Hersteller, der Lomographischen Gesellschaft, noch weiter ausgebaut werden. Bereits in der Produktion befindet sich das Naiad 15mm Objektiv. Es soll im Frühjahr 2018 verfügbar sein. Weitere Objektive mit Brennweiten bis zu 400mm, die alle an der Blendenbasis angebracht werden, sind geplant.

Das Neptune 50mm-Objektiv an einer Nikon D800

Die metallenen Objektivdeckel besitzen ein Schraubgewinde. Das Abnehmen der Deckel erfordert so etwas Gefummel. Die Deckel an der Bajonettseite der Linsen sind Plastikkappen, die einfach nur aufgesteckt sind. Die Blendenbasis besitzt kameraseitig einen normalen Plastikbajonettdeckel zum schrauben, an der Objektivseite einen Plastikdeckel, der nur aufgesteckt ist, sich also nicht verriegeln lässt und etwas locker sitzt.

Die folgenden Bilder zeigen einen Brennweitenvergleich der drei Objektive. Die Aufnahmen wurden jeweils mit der offiziellen Offenblende aufgenommen. Die RAW-Bilder wurden in Lightroom einer Standartentwicklung unterzogen, ohne jedoch beschnitten oder gerade gerichtet zu werden. Es soll ja der ganze Bildausschnitt dargestellt werden.

Hier noch zwei Beispielbilder, aufgenommen mit dem PROTEUS-80mm-Objektiv bei Blende 4:

Im extremen Gegenlicht oder Streulicht kam es bei anderen Aufnahmen zu deutlich sichtbaren lila Verfärbungen. Ich denke, das kommt von der Vergütung. Schade, dass bei den Objektiven keine Streulichtblenden dabei sind. Dies könnte den Effekt bei seitlichem Lichteinfall verhindern oder zumindest mindern. Im folgenden Bild erkennt man deutlich die Verfärbung im Bereich der Hundeschnauze (Pfeil).

Fazit:

Die Idee, dass man verschiedene Frontlinsen an ein und dieselbe Blendenbasis adaptiert, ist pfiffig. Das führt zu kleinen, kompakten Objektiven, die nicht viel Platz beim Transport brauchen und auch noch leicht sind. Außerdem muss nicht bei jedem zusätzlichen neuen Objektiv das Blendensystem wieder dazugekauft (und herumgetragen) werden. Da ja die Blendenzahl von der Brennweite abhängt, kann für die drei originären Objektive der Blendenring mit den entsprechenden Blendenmarkierungen verstellt werden. Wie das aber bei zukünftig für das System erscheinenden Objektiven (z.B. dem im Frühjahr erscheinenden 15-mm-Naiad-Objektiv) aussehen wird, bleibt abzuwarten. Die vorhandenen Skalen an der Blendenbasis stimmen für andere Brennweiten jedenfalls nicht.

Da es sich um manuelle Objektive handelt muss manuell fokussiert und belichtet werden. Wem das zu viel Aufwand ist, für den ist dieses Objektivsystem nichts. Das Fotografieren mit dem Neptune-System „entschleunigt“.

Da es sowohl an analoge, wie auch an digitale Kameras angebracht werden kann, ist dieses System sehr vielseitig einsetzbar. Es ist für Nikon, Canon und Pentax Kameras erhältlich. Mit den entsprechenden Adaptern kann es auch an vielen weiteren Kameras verwendet werden.

Wer nicht auf Kickstarter an der Crowdfounding-Aktion teilgenommen hat, kann das System hier vorbestellen.

Es genügt eine kleine Tasche!

PS: Ich habe an der Crowdfounding-Aktion teilgenommen und stehe in keiner wirtschaftlichen Beziehung zu Lomography.com. Auch an dem Vorbestellungslink verdiene ich nichts!

Das Neptune Convertible Lens Art System ist angekommen!

Neptune Convertible Lens Art System

Vor einiger Zeit unterstützte ich mal wieder eine Kickstarter-Kampagne der Lomographischen Gesellschaft. Ziel war die Produktion eines neuartigen Objektiv-Systems. Dabei teilen sich die eigentlichen Objektivoptiken eine gemeinsame Basis, die das Blendensystem enthält und an das Bajonett der Kamera angebracht wird. Die Optiken werden ihrerseits am Bajonett der Blendenbasis angebracht. Dies ermöglicht sehr kompakte Optiken mit manuellem Focus.

Völlig überraschend klingelte gestern Abend der Paketdienst und überreichte mir die Lieferung des Basispaketes. Überraschend deshalb, weil die Lieferung eigentlich erst für den Februar 2018 terminiert war. Um so größer die Freude. Das Paket enthält die Blendenbasis und drei Festbrennweiten: ein 35mm-, 50mm- und ein 80mm-Objektiv. Das von mir ebenfalls georderte 15mm-Objektiv war noch nicht dabei.

Hier mal Fotos vom 2.8/50mm an der Nikon D800:

Die folgenden Fotos der Verpackung wurden mit dieser Kombination gemacht (Nikon D800 und Neptune 2.8/50mm bei F2.8):

Demnächst werde ich Tests damit machen und hier veröffentlichen.

 

Walimex 2.8/14mm erste Eindrücke

Walimex pro 2.8/14mm

Hier ein erster Erfahrungsbericht vom Walimex pro 2.8/14mm-Objektiv. Das zum Samyang 2.8/14mm baugleiche Ultraweitwinkel-Objektiv ist für das Vollformat gerechnet und besitzt eine fest verbaute Streulichtblende. Die Frontlinse ist stark gekrümmt, das Objektiv ist innenfokussierend (manuell!). Dafür hat das Objektiv auch einen gewaltigen Bildwinkel von 115 Grad (bzw. 94 Grad am Crop).

Aufgrund seiner Lichtstärke ist das Objektiv relativ groß. Bei den folgenden Bildern befindet sich ein Größenvergleich mit dem fürs Crop-Format gerechnete Samyang 8mm-Fisheye, das ich bisher für meine Kugelpanoramen an der D800 benutzt habe. Vergleicht man die Größe des Walimex 14mm mit dem Sigma 12-24mm, so ist das Walimex trotzdem deutlich kleiner.

Da ich ein bekennender Weitwinkelfan bin, war ich auf das wegen seiner Schärfe im Netz vielgelobte Walimex/Samyang gespannt. Der Fakt, dass der Fokusring bei der Unendlichstellung nicht korrekt justiert sein soll, kann ich bei meinem Exemplar nicht bestätigen. Nutzer diverser Foren berichten hier von einer gewissen Serienstreuung.

Die Haptik gefällt mir gut. Das Objektiv besitzt einen Chip, so dass man alle Automatikprogramme nutzen kann. Man muss dazu den Blendenring auf die rote 22 stellen. Blendet man etwas ab, bekommt man von vorne bis hinten alles scharf und man braucht eigentlich nur bei extrem nahen Einstellungen mal fokussieren (Naheinstellgrenze: 28 cm). Der Fokusring läuft leicht und ist angenehm zu bedienen.

Es folgen einige Testfotos, die ich im schönen Nabburg in der Oberpfalz gemacht habe. Sie entstanden mit einer Nikon D800 und wurden mit Lightroom entwickelt:

Und jetzt noch einige Testbilder aus Amberg. Die Bilder im Kircheninnenraum wurden bei ISO2000 und offenblendig bei F2.8 frei Hand aufgenommen.

Fazit:

Mir gefällt das Walimex pro 14mm sehr gut. Es ist kompakter und leichter als mein Sigma 4.0/12-24mm-Objektiv. Da ich das Sigma sowieso nur an den Brennweitengrenzen einsetze, überlege ich, ob ich es nicht verkaufen sollte. Das Walimex würde mir genügen.

 

 

 

Yashica Mat 124 G fotografiert mit dem New Petzval 58 Bokeh Control Art Lens

Vor einiger Zeit brachte die Lomographische Gesellschaft ein zweites, neues Petzval Objektiv auf den Markt. Die wesentliche Neuheit dabei ist die Einstellmöglichkeit der Stärke des für ein Petzval-Lens charakteristischen wirbelnden Bokehs. In Stufen von 1 bis 7 kann der Wirbeleffekt angepasst werden.

Das in diesem Beitrag gezeigte Bild einer Yashica Mat 124 G Mittelformatkamera wurde mit einer Nikon D800 und dem Petzval-Objektiv auf Bokeh-Einstellung 7 (Maximum) gemacht.

Yashica Mat 124 G

Die Bearbeitung fand in Lightroom 6 und Nik Color Efex Pro 4 statt.

Das anschließende Bild ist noch eine Vintage-Entwicklung des selben Bildes in Nik Analog Efex Pro 2.

vintage Entwicklung

Aufgenommen wurden die Bilder mit der folgenden Kombi bei Blende 2.8:

Nikon D800 und das New Petzval Bokeh Art Objektiv

Hier noch die Bilder in einer Lightbox-Version:

Lensbaby Edge 80

Nikon D800 mit Lensbaby Composer Pro und Edge 80

Lensbabies sind ganz besondere Objektive: Sie lassen sich neigen, biegen oder drehen. Dadurch ist es möglich, den Winkel zwischen der optischen Achse des Objektivs und der Sensorebene zu verändern. Bei einem normalen Objektiv beträgt dieser Winkel 90 Grad, die Sensorebene und die Linsenebene sind parallel ausgerichtet. Durch das Verändern dieser Anordnung ist ein gezieltes Spiel mit der Schärfe und Unschärfe bei der Bildkomposition möglich und eröffnet viele kreative Möglichkeiten.

Bei Verwendung eines Edge 80 (Brennweite 80 mm) in Verbindung mit einem Composer Pro, in dem die 80mm-Optik eingesetzt wird, ergibt sich so ein Tilt-Objektiv. Der scharfe Bereich läuft dabei linear quer durchs ganze Bild, je nach Neigung und verwendeter Blende. Ganz neu auf dem Markt ist das Edge 50 mit einer Brennweite von 50mm und einer linearen Schärfecharakteristik wie das Edge 80. Setzt man eine Sweet 30 oder Sweet 50 Optik (Brennweite 30 bzw. 50 mm) in das Composer Pro, so ergibt sich ein scharfer Bereich, der kreisförmig ausfällt und vom Hersteller Sweet Spot genannt wird. Die folgenden Bilder zeigen das Edge 80 an einer Nikon D800 (Vollformat) in verschiedenen Neigestellungen.

Die Verwendung des Edge 80 erfordert einige Übung. Fotografiert wird im manuellen Modus, fokussieren muss man ebenfalls manuell. Hochwertige DSLR wie die Nikon D800 können auch im Zeitautomatikmodus verwendet werden. Die Blende wird nach dem Scharfstellen direkt an der Optik eingestellt wie bei alten manuellen Objektiven von früher. Scharfstellen sollte man wie bereits erwähnt bei geöffneter Blende, da sonst bei geschlossener Blende das Sucherbild zu dunkel wird. Die Optik verfügt über keinen Springblendenmechanismus, bei dem die Blende erst bei Betätigung des Auslösers geschlossen wird.

Die Neigung der Optik lässt sich mit einem geriffelten Ring vor dem Bajonett fixieren, anders als zum Beispiel bei dem günstigeren Lensbaby Spark. Durch die Fixierung lässt sich auch der Schärfeverlauf genauer einstellen, besonders wenn man mit einem Stativ arbeitet. Für eine kürzere Naheinstelldistanz kann man die Frontlinse einen knappen Zentimeter herausziehen.

Die folgenden Bilder wurden alle mit der oben abgebildeten Kombination aus Nikon D800, Lensbaby Composer Pro und Edge 80 ohne Stativ in Nabburg aufgenommen. Dabei werden mehrere Aufnahmen der Josefikapelle mit verschiedenem Schärfeverlauf bewußt gezeigt. Auch ein Bild im Stile eines „normalen“ Objektives ist dabei. Stellt man nämlich die Linsenebene des Edge 80 parallel zur Sensorebene, dann verhält sich die Optik wie ein ganz gewöhnliches 80mm-Objektiv.

 

Erste Eindrücke mit dem Tamron 16-300mm F/3.5-6.3 DI II N/AF VC PZD Macro

Tamron 16-300mm

Bisher verwendete ich an meinen Crop-Kameras als kompaktes „Immer-Drauf-Objektiv“ ein Tamron 18-200mm-Objektiv. Da die Technik dieses Objektivs jetzt schon einige Jahre alt war und ich meine Nikon D300, eine 12,3-MP-Kamera, verkauft habe, entschloß ich mich, für meine Nikon D5300, eine 24-MP-Kamera, auf das modernere Tamron 16-300mm-Objektiv upzugraden. Neben dem größeren Brennweitenbereich war auch der im Vergleich zu meinem alten 18-200mm-Objektiv neu vorhandene Bildstabilisator ein Grund für den Kauf. Der Brennweitenumfang des 16-300mm-Objektivs entspricht beim NikonCrop einem Bereich von 24-450mm am Kleinbildformat/Vollformat.

In der Folge sind erste Aufnahmen, die ich mit diesem Objektiv gemacht habe, zu sehen. Es sind alles Freihandaufnahmen, RAWs entwickelt in Lightroom mit den NIK-Tools. (Klick macht groß!)

Die Möglichkeit der Nahaufnahmen, die mit diesem Objektiv möglich sind, haben mich beeindruckt. Die vielleicht im Vergleich zu Premiumfestbrennweiten etwas geringere Abbildungsleistung stört mich nicht, da ich sowieso RAW fotografiere und jedes Bild entsprechend nachbearbeite. Ein JPG-Bild direkt aus der Kamera, ohne Objektivkorrekturen, kommt für mich nicht in Frage. Bei diesem Objektiv  überwiegen für mich hier eindeutig die Vorteile, z.B. bei einem Wander- oder Städtetrip, nur ein einziges Objektiv mitschleppen zu müssen und schnell auf eine Aufnahmesituation reagieren zu können – ohne durch einen Objektivwechsel die Situation evtl. zu verpassen. Von vielen verächtlich als Suppenzoom bezeichnet, setze ich dieses Objektiv  (wie vorher auch das 18-200mm-Objektiv) gerne in Alltagssituationen ein.

Partielle Sonnenfinsternis 2015

Phasen der Sonnenfinsternis 2015

Am 20. März 2015 war es mal wieder soweit: Man konnte das seltene Spektakel einer Sonnenfinsternis beobachten. Ab 9:30 Uhr schob sich der Mond immer weiter vor die Sonne und schattete sie so ab. Gegen 10:40 Uhr erreichte die Abschattung ihren Höhepunkt. Dabei wurde vom Mond ca. 70 Prozent der Sonnenscheibe verdeckt. Im Gegensatz zum Jahr 1999, als man eine totale Sonnenfinsternis mit 100% Abdeckung beobachten konnte, merkte man von der Abschattung ohne die Betrachtung der Sonnenscheibe selbst kaum etwas. Die nächste Sonnenfinsternis wird erst 2081 stattfinden.

Wer die Sofie betrachten wollte, hatte Glück. Der 20. März war in der Oberpfalz ein sonniger Tag, ohne jede Wolken. Ideal für die Beobachtung des Himmelsschauspiels. Bereits früh am Morgen gab es einen schönen Sonnenaufgang.

Sonnenaufgang am Tag der Sonnenfinsternis

Ich selbst beobachtete und fotografierte die Sonnenfinsternis auf dem Harlesberg, gegenüber des Weidener Ortsteils Hammerweg. Hier meine fotografische Ausbeute: (Klick macht groß!)

Für Interessierte beschreibe ich jetzt die Vorgehensweise beim Erstellen der Sofi-Bilder: Meine alte Nikon D300 (Crop-Kamera) wurde auf ein stabiles Manfrotto-Stativ gesetzt. Als Optik fand ein altes Beroflex 500mm-Teleobjektiv, das mittels T2-Adapter an die Kamera angesetzt wurde, Verwendung. Mit diesem Objektiv habe ich bereits 1999 die totale Sonnenfinsternis fotografiert, damals noch auf Film mit einer Minolta 7000. Vor dem Objektiv wurde eine spezielle Beobachtungsfolie aus dem Fachhandel angebracht. Mit dem manuellen Objektiv wurde auf Unendlich fokussiert, bei Blenden zwischen 22 und 32 bei Verschlußzeiten zwischen 1/500s und 1/2000 fotografiert. Ausgelöst wurde erschütterungsfrei über einen Yongnuo Funkauslöser mit Spiegelvorauslösung.

Zum Schluss noch ein Brennweitenvergleich des verwendeten 500mm-Beroflex-Objektivs mit der Normalbrennweite von 50mm, allerdings mit dem Crop-Sensor der Niklon D300 (Crop-Faktor 1,5). Aufgenommen vom Harlesberg aus mit Blickrichtung Neustadt, St. Felix.

 

Foto Basics: Die Blende

Dies ist der erste Artikel, der sich mit fotografischem Grundlagenwissen beschäftigt. Er richtet sich an Einsteiger, die ihr Wissen erweitern wollen und so ihre Bilder auf das nächste Level bringen möchten. Umsteiger, die von einer einfachen Point-and-Shoot-Kamera, bei der man nur den Auslöser drücken konnte, sonst aber keine Eingriffe in den Bildentstehungsprozess möglich waren, auf eine Spiegelreflexkamera oder eine Systemkamera aufgerüstet haben, werden mit vielen Zahlen konfrontiert: Blende, Verschlußzeit, ISO oder Brennweite. Erst die Kenntnis, was diese Werte bei einem Foto bewirken und der bewußte Umgang damit ermöglicht eine geplante Bildwirkung. Die teuere Spiegelreflex- oder Systemkamera einfach auf Totalautomatikstellung zu betreiben bringt keine besseren Bilder als beim „Knipsen“ mit einer einfachen Point-and-Shoot-Kamera.

Erklärungen zu den Grundlagen der Fotografie werden hier im Blog in loser Folge immer mal wieder erscheinen. Los geht’s mit der Blende, die jedes moderne Objektiv besitzt.

Die Blende steuert die Bildhelligkeit des aufgenommenen Gegenstandes auf dem Sensor (bzw. Film). Dank einer Irisblende kann man die Öffnung der Blende verändern. Eine Irisblende hat viele überlappende Blendenlamellen, so dass sich die Blendenöffnung pupillenartig vergrößern und verkleinern lässt. Je größer die Blendenöffnung, desto mehr Licht fällt auf den Bildsensor. Dabei ist es für den Anfänger oft verwirrend, dass eine große Blendenöffnung  einer kleinen Blendenzahl entspricht. Dies ist in den nächsten Bildern an einem Samyang 85mm-Objektiv verdeutlicht. Blende 1.4 (Offenblende) zeigt eine große Lichtöffnung, bei Blende 8 ist sie deutlich kleiner.

Samyang 85mm/1.4

Blendenvergleich

Blendenöffnungsvergleich beim Samyang 85mm/1.4: Offenblendig und bei Blende 8

Wie kommt nun der Zahlenwert der Blende zustande? Wäre es nicht einfacher, den Öffnungsdurchmesser der Blende als Zahlenwert in Millimeter anzugeben? Nein, das geht deshalb nicht, da die Blende die Helligkeit des Bildes auf dem Sensor regelt und diese hängt auch noch von der Brennweite des verwendeten Objektivs ab. Vergleicht man die Bildhelligkeit eines Gegenstandes, der mit einem  Weitwinkel- und einem Teleobjektiv bei gleichem Öffnungsdurchmesser der Blende aufgenommen wurde, dann ist das vom Teleobjektiv erzeugte (größere) Abbild des Gegenstandes dunkler. Die verwendeten Blendenzahlen berücksichtigen dies, so dass die Bildhelligkeit eines aufgenommenen Gegenstandes bei gleicher Blendenzahl stets die gleiche ist. Dies ist für die Belichtungsmessung wichtig.

Die nächste Abbildung demonstriert die verschiedene Bildhelligkeit bei verschiedenen Blendenwerten. Die restlichen Aufnahmeparameter (ISO, Verschlußzeit und Brennweite) wurden dabei nicht verändert. Bei Blende 5.6 ist das Foto zu hell, bei Blende 10 ist es richtig belichtet und bei Blende 16 ist es unterbelichtet.

Für den Anfänger mag der Zusammenhang zwischen der Blende und der Schärfentiefe noch interessant sein. Unter der Schärfentiefe versteht man den Bereich vor und hinter der genauen Einstellebene, der noch als ausreichend scharf wahrgenommen wird. Die Schärfentiefe wird um so größer, je mehr man abblendet (die Blendenöffnung verkleinert), also je größer die Blendenzahl wird. Die folgenden Bilder veranschaulichen dies (aufgenommen mit dem Walimex 85mm/1.4-Objektiv an einer Nikon D300).

Die Schärfentiefe hängt auch noch von der Brennweite des Objektivs ab. Bei gleicher Blende und Entfernungseinstellung ist die Schärfentiefe bei Weitwinkelobjektiven größer als bei Telebrennweiten.

Normalerweise ist die Blende beim Blick durch den Sucher vollständig geöffnet und wird erst direkt vor der Belichtung nach dem Drücken des Auslösers auf den eingestellten Wert (=Arbeitsblende) geschlossen. So hat man ein helles Sucherbild, kann aber den endgültigen Schärfeverlauf nicht kontrollieren. Bessere Spiegelreflexmodelle bieten hier Abhilfe mit einer sogenannten Abblendtaste. Solange diese gedrückt wird schließt sich die Blende auf den voreingestellten Wert, der Sucher verdunkelt sich entsprechend und man sieht den Schärfeverlauf so, wie er auf dem Foto sein wird.

Gestalterisch ist es oft nicht sinnvoll, alles von vorne bis hinten im Bild völlig scharf zu haben. Bildwichtige Details können über einen gezielt gesetzten Schärfeverlauf hervorgehoben werden. Bei Portraits lässt man z.B. den Hintergrund bewußt in der Unschärfe verschwinden, dafür verwendet man dann eine große Blende.

Leider sind lichtstarke Objektive mit einer großen Anfangsblendenöffnung sehr teuer. Generell gilt: je größer die Anfangsblende, desto teuerer (und auch schwerer) das Objektiv. Ein Tipp ist hierbei ein 50mm/1.8-Normalobjektiv. Alle Spiegelreflexkamerahersteller bieten ein solches Objektiv zu einem günstigen Preis an.

Fotografiert man mit ganz kleinen Blendenöffnungen, so kommt es trotz der großen Schärfentiefe zu einem allgemeinen Schärfeverlust. Hervorgerufen wird dieser durch die Beugung der Lichtstrahlen an den Rändern der Blende. Besonders fällt das bei Lochkameraaufnahmen auf, da hier mit extrem kleinen Blendenöffnungen gearbeitet wird. Das folgende Bild, aufgenommen mit einer Lochblende an einer Digitalkamera zeigt diesen Effekt deutlich.

Lochkameraaufnahme – große Schärfentiefe aber allgemeine Unschärfe