Archiv der Kategorie: Ausrüstung

Walimex 2.8/14mm erste Eindrücke

Walimex pro 2.8/14mm

Hier ein erster Erfahrungsbericht vom Walimex pro 2.8/14mm-Objektiv. Das zum Samyang 2.8/14mm baugleiche Ultraweitwinkel-Objektiv ist für das Vollformat gerechnet und besitzt eine fest verbaute Streulichtblende. Die Frontlinse ist stark gekrümmt, das Objektiv ist innenfokussierend (manuell!). Dafür hat das Objektiv auch einen gewaltigen Bildwinkel von 115 Grad (bzw. 94 Grad am Crop).

Aufgrund seiner Lichtstärke ist das Objektiv relativ groß. Bei den folgenden Bildern befindet sich ein Größenvergleich mit dem fürs Crop-Format gerechnete Samyang 8mm-Fisheye, das ich bisher für meine Kugelpanoramen an der D800 benutzt habe. Vergleicht man die Größe des Walimex 14mm mit dem Sigma 12-24mm, so ist das Walimex trotzdem deutlich kleiner.

Da ich ein bekennender Weitwinkelfan bin, war ich auf das wegen seiner Schärfe im Netz vielgelobte Walimex/Samyang gespannt. Der Fakt, dass der Fokusring bei der Unendlichstellung nicht korrekt justiert sein soll, kann ich bei meinem Exemplar nicht bestätigen. Nutzer diverser Foren berichten hier von einer gewissen Serienstreuung.

Die Haptik gefällt mir gut. Das Objektiv besitzt einen Chip, so dass man alle Automatikprogramme nutzen kann. Man muss dazu den Blendenring auf die rote 22 stellen. Blendet man etwas ab, bekommt man von vorne bis hinten alles scharf und man braucht eigentlich nur bei extrem nahen Einstellungen mal fokussieren (Naheinstellgrenze: 28 cm). Der Fokusring läuft leicht und ist angenehm zu bedienen.

Es folgen einige Testfotos, die ich im schönen Nabburg in der Oberpfalz gemacht habe. Sie entstanden mit einer Nikon D800 und wurden mit Lightroom entwickelt:

Und jetzt noch einige Testbilder aus Amberg. Die Bilder im Kircheninnenraum wurden bei ISO2000 und offenblendig bei F2.8 frei Hand aufgenommen.

Fazit:

Mir gefällt das Walimex pro 14mm sehr gut. Es ist kompakter und leichter als mein Sigma 4.0/12-24mm-Objektiv. Da ich das Sigma sowieso nur an den Brennweitengrenzen einsetze, überlege ich, ob ich es nicht verkaufen sollte. Das Walimex würde mir genügen.

 

 

 

Yashica Mat 124 G fotografiert mit dem New Petzval 58 Bokeh Control Art Lens

Vor einiger Zeit brachte die Lomographische Gesellschaft ein zweites, neues Petzval Objektiv auf den Markt. Die wesentliche Neuheit dabei ist die Einstellmöglichkeit der Stärke des für ein Petzval-Lens charakteristischen wirbelnden Bokehs. In Stufen von 1 bis 7 kann der Wirbeleffekt angepasst werden.

Das in diesem Beitrag gezeigte Bild einer Yashica Mat 124 G Mittelformatkamera wurde mit einer Nikon D800 und dem Petzval-Objektiv auf Bokeh-Einstellung 7 (Maximum) gemacht.

Yashica Mat 124 G

Die Bearbeitung fand in Lightroom 6 und Nik Color Efex Pro 4 statt.

Das anschließende Bild ist noch eine Vintage-Entwicklung des selben Bildes in Nik Analog Efex Pro 2.

vintage Entwicklung

Aufgenommen wurden die Bilder mit der folgenden Kombi bei Blende 2.8:

Nikon D800 und das New Petzval Bokeh Art Objektiv

Hier noch die Bilder in einer Lightbox-Version:

Lensbaby Edge 80

Nikon D800 mit Lensbaby Composer Pro und Edge 80

Lensbabies sind ganz besondere Objektive: Sie lassen sich neigen, biegen oder drehen. Dadurch ist es möglich, den Winkel zwischen der optischen Achse des Objektivs und der Sensorebene zu verändern. Bei einem normalen Objektiv beträgt dieser Winkel 90 Grad, die Sensorebene und die Linsenebene sind parallel ausgerichtet. Durch das Verändern dieser Anordnung ist ein gezieltes Spiel mit der Schärfe und Unschärfe bei der Bildkomposition möglich und eröffnet viele kreative Möglichkeiten.

Bei Verwendung eines Edge 80 (Brennweite 80 mm) in Verbindung mit einem Composer Pro, in dem die 80mm-Optik eingesetzt wird, ergibt sich so ein Tilt-Objektiv. Der scharfe Bereich läuft dabei linear quer durchs ganze Bild, je nach Neigung und verwendeter Blende. Ganz neu auf dem Markt ist das Edge 50 mit einer Brennweite von 50mm und einer linearen Schärfecharakteristik wie das Edge 80. Setzt man eine Sweet 30 oder Sweet 50 Optik (Brennweite 30 bzw. 50 mm) in das Composer Pro, so ergibt sich ein scharfer Bereich, der kreisförmig ausfällt und vom Hersteller Sweet Spot genannt wird. Die folgenden Bilder zeigen das Edge 80 an einer Nikon D800 (Vollformat) in verschiedenen Neigestellungen.

Die Verwendung des Edge 80 erfordert einige Übung. Fotografiert wird im manuellen Modus, fokussieren muss man ebenfalls manuell. Hochwertige DSLR wie die Nikon D800 können auch im Zeitautomatikmodus verwendet werden. Die Blende wird nach dem Scharfstellen direkt an der Optik eingestellt wie bei alten manuellen Objektiven von früher. Scharfstellen sollte man wie bereits erwähnt bei geöffneter Blende, da sonst bei geschlossener Blende das Sucherbild zu dunkel wird. Die Optik verfügt über keinen Springblendenmechanismus, bei dem die Blende erst bei Betätigung des Auslösers geschlossen wird.

Die Neigung der Optik lässt sich mit einem geriffelten Ring vor dem Bajonett fixieren, anders als zum Beispiel bei dem günstigeren Lensbaby Spark. Durch die Fixierung lässt sich auch der Schärfeverlauf genauer einstellen, besonders wenn man mit einem Stativ arbeitet. Für eine kürzere Naheinstelldistanz kann man die Frontlinse einen knappen Zentimeter herausziehen.

Die folgenden Bilder wurden alle mit der oben abgebildeten Kombination aus Nikon D800, Lensbaby Composer Pro und Edge 80 ohne Stativ in Nabburg aufgenommen. Dabei werden mehrere Aufnahmen der Josefikapelle mit verschiedenem Schärfeverlauf bewußt gezeigt. Auch ein Bild im Stile eines „normalen“ Objektives ist dabei. Stellt man nämlich die Linsenebene des Edge 80 parallel zur Sensorebene, dann verhält sich die Optik wie ein ganz gewöhnliches 80mm-Objektiv.

 

Erste Eindrücke mit dem Tamron 16-300mm F/3.5-6.3 DI II N/AF VC PZD Macro

Tamron 16-300mm

Bisher verwendete ich an meinen Crop-Kameras als kompaktes „Immer-Drauf-Objektiv“ ein Tamron 18-200mm-Objektiv. Da die Technik dieses Objektivs jetzt schon einige Jahre alt war und ich meine Nikon D300, eine 12,3-MP-Kamera, verkauft habe, entschloß ich mich, für meine Nikon D5300, eine 24-MP-Kamera, auf das modernere Tamron 16-300mm-Objektiv upzugraden. Neben dem größeren Brennweitenbereich war auch der im Vergleich zu meinem alten 18-200mm-Objektiv neu vorhandene Bildstabilisator ein Grund für den Kauf. Der Brennweitenumfang des 16-300mm-Objektivs entspricht beim NikonCrop einem Bereich von 24-450mm am Kleinbildformat/Vollformat.

In der Folge sind erste Aufnahmen, die ich mit diesem Objektiv gemacht habe, zu sehen. Es sind alles Freihandaufnahmen, RAWs entwickelt in Lightroom mit den NIK-Tools. (Klick macht groß!)

Die Möglichkeit der Nahaufnahmen, die mit diesem Objektiv möglich sind, haben mich beeindruckt. Die vielleicht im Vergleich zu Premiumfestbrennweiten etwas geringere Abbildungsleistung stört mich nicht, da ich sowieso RAW fotografiere und jedes Bild entsprechend nachbearbeite. Ein JPG-Bild direkt aus der Kamera, ohne Objektivkorrekturen, kommt für mich nicht in Frage. Bei diesem Objektiv  überwiegen für mich hier eindeutig die Vorteile, z.B. bei einem Wander- oder Städtetrip, nur ein einziges Objektiv mitschleppen zu müssen und schnell auf eine Aufnahmesituation reagieren zu können – ohne durch einen Objektivwechsel die Situation evtl. zu verpassen. Von vielen verächtlich als Suppenzoom bezeichnet, setze ich dieses Objektiv  (wie vorher auch das 18-200mm-Objektiv) gerne in Alltagssituationen ein.

Partielle Sonnenfinsternis 2015

Phasen der Sonnenfinsternis 2015

Am 20. März 2015 war es mal wieder soweit: Man konnte das seltene Spektakel einer Sonnenfinsternis beobachten. Ab 9:30 Uhr schob sich der Mond immer weiter vor die Sonne und schattete sie so ab. Gegen 10:40 Uhr erreichte die Abschattung ihren Höhepunkt. Dabei wurde vom Mond ca. 70 Prozent der Sonnenscheibe verdeckt. Im Gegensatz zum Jahr 1999, als man eine totale Sonnenfinsternis mit 100% Abdeckung beobachten konnte, merkte man von der Abschattung ohne die Betrachtung der Sonnenscheibe selbst kaum etwas. Die nächste Sonnenfinsternis wird erst 2081 stattfinden.

Wer die Sofie betrachten wollte, hatte Glück. Der 20. März war in der Oberpfalz ein sonniger Tag, ohne jede Wolken. Ideal für die Beobachtung des Himmelsschauspiels. Bereits früh am Morgen gab es einen schönen Sonnenaufgang.

Sonnenaufgang am Tag der Sonnenfinsternis

Ich selbst beobachtete und fotografierte die Sonnenfinsternis auf dem Harlesberg, gegenüber des Weidener Ortsteils Hammerweg. Hier meine fotografische Ausbeute: (Klick macht groß!)

Für Interessierte beschreibe ich jetzt die Vorgehensweise beim Erstellen der Sofi-Bilder: Meine alte Nikon D300 (Crop-Kamera) wurde auf ein stabiles Manfrotto-Stativ gesetzt. Als Optik fand ein altes Beroflex 500mm-Teleobjektiv, das mittels T2-Adapter an die Kamera angesetzt wurde, Verwendung. Mit diesem Objektiv habe ich bereits 1999 die totale Sonnenfinsternis fotografiert, damals noch auf Film mit einer Minolta 7000. Vor dem Objektiv wurde eine spezielle Beobachtungsfolie aus dem Fachhandel angebracht. Mit dem manuellen Objektiv wurde auf Unendlich fokussiert, bei Blenden zwischen 22 und 32 bei Verschlußzeiten zwischen 1/500s und 1/2000 fotografiert. Ausgelöst wurde erschütterungsfrei über einen Yongnuo Funkauslöser mit Spiegelvorauslösung.

Zum Schluss noch ein Brennweitenvergleich des verwendeten 500mm-Beroflex-Objektivs mit der Normalbrennweite von 50mm, allerdings mit dem Crop-Sensor der Niklon D300 (Crop-Faktor 1,5). Aufgenommen vom Harlesberg aus mit Blickrichtung Neustadt, St. Felix.

 

Foto Basics: Die Blende

Dies ist der erste Artikel, der sich mit fotografischem Grundlagenwissen beschäftigt. Er richtet sich an Einsteiger, die ihr Wissen erweitern wollen und so ihre Bilder auf das nächste Level bringen möchten. Umsteiger, die von einer einfachen Point-and-Shoot-Kamera, bei der man nur den Auslöser drücken konnte, sonst aber keine Eingriffe in den Bildentstehungsprozess möglich waren, auf eine Spiegelreflexkamera oder eine Systemkamera aufgerüstet haben, werden mit vielen Zahlen konfrontiert: Blende, Verschlußzeit, ISO oder Brennweite. Erst die Kenntnis, was diese Werte bei einem Foto bewirken und der bewußte Umgang damit ermöglicht eine geplante Bildwirkung. Die teuere Spiegelreflex- oder Systemkamera einfach auf Totalautomatikstellung zu betreiben bringt keine besseren Bilder als beim „Knipsen“ mit einer einfachen Point-and-Shoot-Kamera.

Erklärungen zu den Grundlagen der Fotografie werden hier im Blog in loser Folge immer mal wieder erscheinen. Los geht’s mit der Blende, die jedes moderne Objektiv besitzt.

Die Blende steuert die Bildhelligkeit des aufgenommenen Gegenstandes auf dem Sensor (bzw. Film). Dank einer Irisblende kann man die Öffnung der Blende verändern. Eine Irisblende hat viele überlappende Blendenlamellen, so dass sich die Blendenöffnung pupillenartig vergrößern und verkleinern lässt. Je größer die Blendenöffnung, desto mehr Licht fällt auf den Bildsensor. Dabei ist es für den Anfänger oft verwirrend, dass eine große Blendenöffnung  einer kleinen Blendenzahl entspricht. Dies ist in den nächsten Bildern an einem Samyang 85mm-Objektiv verdeutlicht. Blende 1.4 (Offenblende) zeigt eine große Lichtöffnung, bei Blende 8 ist sie deutlich kleiner.

Samyang 85mm/1.4

Blendenvergleich

Blendenöffnungsvergleich beim Samyang 85mm/1.4: Offenblendig und bei Blende 8

Wie kommt nun der Zahlenwert der Blende zustande? Wäre es nicht einfacher, den Öffnungsdurchmesser der Blende als Zahlenwert in Millimeter anzugeben? Nein, das geht deshalb nicht, da die Blende die Helligkeit des Bildes auf dem Sensor regelt und diese hängt auch noch von der Brennweite des verwendeten Objektivs ab. Vergleicht man die Bildhelligkeit eines Gegenstandes, der mit einem  Weitwinkel- und einem Teleobjektiv bei gleichem Öffnungsdurchmesser der Blende aufgenommen wurde, dann ist das vom Teleobjektiv erzeugte (größere) Abbild des Gegenstandes dunkler. Die verwendeten Blendenzahlen berücksichtigen dies, so dass die Bildhelligkeit eines aufgenommenen Gegenstandes bei gleicher Blendenzahl stets die gleiche ist. Dies ist für die Belichtungsmessung wichtig.

Die nächste Abbildung demonstriert die verschiedene Bildhelligkeit bei verschiedenen Blendenwerten. Die restlichen Aufnahmeparameter (ISO, Verschlußzeit und Brennweite) wurden dabei nicht verändert. Bei Blende 5.6 ist das Foto zu hell, bei Blende 10 ist es richtig belichtet und bei Blende 16 ist es unterbelichtet.

Für den Anfänger mag der Zusammenhang zwischen der Blende und der Schärfentiefe noch interessant sein. Unter der Schärfentiefe versteht man den Bereich vor und hinter der genauen Einstellebene, der noch als ausreichend scharf wahrgenommen wird. Die Schärfentiefe wird um so größer, je mehr man abblendet (die Blendenöffnung verkleinert), also je größer die Blendenzahl wird. Die folgenden Bilder veranschaulichen dies (aufgenommen mit dem Walimex 85mm/1.4-Objektiv an einer Nikon D300).

Die Schärfentiefe hängt auch noch von der Brennweite des Objektivs ab. Bei gleicher Blende und Entfernungseinstellung ist die Schärfentiefe bei Weitwinkelobjektiven größer als bei Telebrennweiten.

Normalerweise ist die Blende beim Blick durch den Sucher vollständig geöffnet und wird erst direkt vor der Belichtung nach dem Drücken des Auslösers auf den eingestellten Wert (=Arbeitsblende) geschlossen. So hat man ein helles Sucherbild, kann aber den endgültigen Schärfeverlauf nicht kontrollieren. Bessere Spiegelreflexmodelle bieten hier Abhilfe mit einer sogenannten Abblendtaste. Solange diese gedrückt wird schließt sich die Blende auf den voreingestellten Wert, der Sucher verdunkelt sich entsprechend und man sieht den Schärfeverlauf so, wie er auf dem Foto sein wird.

Gestalterisch ist es oft nicht sinnvoll, alles von vorne bis hinten im Bild völlig scharf zu haben. Bildwichtige Details können über einen gezielt gesetzten Schärfeverlauf hervorgehoben werden. Bei Portraits lässt man z.B. den Hintergrund bewußt in der Unschärfe verschwinden, dafür verwendet man dann eine große Blende.

Leider sind lichtstarke Objektive mit einer großen Anfangsblendenöffnung sehr teuer. Generell gilt: je größer die Anfangsblende, desto teuerer (und auch schwerer) das Objektiv. Ein Tipp ist hierbei ein 50mm/1.8-Normalobjektiv. Alle Spiegelreflexkamerahersteller bieten ein solches Objektiv zu einem günstigen Preis an.

Fotografiert man mit ganz kleinen Blendenöffnungen, so kommt es trotz der großen Schärfentiefe zu einem allgemeinen Schärfeverlust. Hervorgerufen wird dieser durch die Beugung der Lichtstrahlen an den Rändern der Blende. Besonders fällt das bei Lochkameraaufnahmen auf, da hier mit extrem kleinen Blendenöffnungen gearbeitet wird. Das folgende Bild, aufgenommen mit einer Lochblende an einer Digitalkamera zeigt diesen Effekt deutlich.

Lochkameraaufnahme – große Schärfentiefe aber allgemeine Unschärfe

 

 

Lensbaby Spark SE am Crop

Lensbaby Spark - Special Edition

In den letzten beiden Blogposts (Lensbaby Spark und Lensbaby Spark Special Edition) habe ich über die normale und die Special Edition des Lensbaby Spark bei der Verwendung an einer Vollformatkamera (Nikon D800) berichtet. Diesmal testete ich die Special Edition an einer Nikon D300, meiner alten Cropkamera. Bei einem kurzen Spaziergang durch Nabburg an einem kontrastarmen, stark bewölkten Januartag, machte ich einige RAWs, die ich dann schwarzweiß ausentwickelte. Alle Bilder wurden mit der Blende f2.8 aufgenommen.

Der typische Lensbaby-Effekt, der „Sweet-Spot“, läßt sich auch bei Crop-Kameras beobachten. Allerdings ist der Effekt dort nicht so stark ausgeprägt wie bei Vollformatkameras, da einfach die Sensorfläche kleiner ist. Deshalb ist logischerweise dort auch der Bokeh-Bereich kleiner. Bezogen auf die Bildgröße ist der prozentuale Anteil des Sweetspots am Crop-Format größer. Durch Verwendung der relativ großen Blende von f2.8 tritt das Bokeh trotzdem auch bei Cropaufnahmen deutlich hervor. Wie es bei der fixen Blende der normalen Spark-Ausgabe aussieht, habe ich noch nicht ausprobiert.

Bei allen Bildern gilt wie immer: Klick macht groß.

 

 

 

Lensbaby Spark – Special Edition

Lensbaby Spark - Special Edition
Das Lensbaby Spark gibt es auch als Special Edition. Im Gegensatz zur normalen Ausgabe des Sparks (siehe letzter Blogbeitrag) besitzt dieses Lensbaby nicht die feste Blende f5.6 sondern kommt mit einer Anfangsblende von f2.0. Damit ist es lichtstärker und auch auf das Bild hat die größere Blendenöffnung  deutliche Auswirkungen: der Sweetspot ist kleiner, der Bokeh-Bereich entsprechend größer. Damit hat man auch bei Crop-Kameras einen deutlich größeren/sichtbareren „Lensbaby-Effekt“. Das Fokussieren wird bei großen Blenden dafür aber deutlich schwieriger!

Ein weiterer Unterschied zur normalen Version sind die mitgelieferten Blendenscheiben, die mit dem ebenfalls in der Packung enthaltenen Magnetwerkzeug vor der Linse angebracht werden können. Damit hat man nun die Wahl zwischen den Blenden 2.0, 2.8, 4.0 und 5.6. Außerdem sind noch einige Blendenscheiben mit Mustern dabei. Diese erzeugen bei Spitzlichtern im Bokeh die entsprechende Form.

Die restlichen Spezifikationen der Special Edition stimmen mit denen der regulären Version überein: Brennweite 50mm, vergütete Doppelglasoptik, manuelle Fokussierung, Fokusbereich von 33 cm bis unendlich, kompatibel mit dem Lensbaby Optic Swap System, Fokus-Minimalabstand 33 Zentimeter und ein Filtergewinde von 37 mm.

Bei allen Bildern im Beitrag gilt wie immer: Klick macht groß!

Die folgenden Aufnahmen zeigen die Auswirkung der verschiedenen Blenden auf den Sweetspot, aufgenommen mit der Vollformatkamera Nikon D800. Dabei war es schwierig, immer genau gleich zu fokussieren. Ich habe versucht, die Frontlinse einigermaßen parallel zur Sensorebene zu stellen. Verkippt man die Frontlinse, dann ist der Sweetspot nicht mehr rund sondern wird immer ovaler. Das letzte Bild der Serie wurde zum Vergleich mit dem Nikkor 1.8/50mm AF-S G bei Blende 2.0 aufgenommen. Der Bildausschnitt, bzw. Sehwinkel beim Lensbaby scheint mir etwas kleiner zu sein als beim Nikkor 50mm.

Durch Ziehen am Tubus verkürzt man den Abstand zum Subjekt der Aufnahme und so sind auch Nahaufnahmen möglich.

Die folgenden Beispielaufnahmen wurden alle in Neustadt an der Waldnaab (Oberpfalz/Bayern) mit der Nikon D800 und einer festen Blende von f4.0 aufgenommen.

Insgesamt ist das Preis-Leistungs-Verhältnis bei der Special Edition viel besser als bei der Standardversion. Man gewinnt an Flexibilität und Möglichkeiten durch die größere Lichtstärke und den mitgelieferten Blendeneinsätzen. Bedenkt man noch, dass der Preis der Special Edition auf der offiziellen Webseite des Lensbaby-Importeurs in Deutschland derselbe ist wie für die normale Version des Objektivs, so empfehle ich auf jeden Fall zur Special Edition zu greifen, solange es diese Version noch gibt.

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Lensbaby Spark

 

 

 

Lensbaby Spark

Lensbaby Spark

Das Lensbaby Spark ist das günstigste Objektiv der Lensbaby-Serie, dementsprechend billig ist auch die Verpackung. Erhältlich ist das Plastikobjektiv mit vergüteter Glaslinse bereits ab ca. 70 Euro. Es besitzt eine Brennweite von 50mm und eine feste, kreisrunde Blende von 5.6; damit erzeugt es ein Bokeh, das man so nur bei wesentlich teureren Objektiven bekommt. Man betreibt die Kamera im manuellen Modus, es gibt keinen Autofokus oder Chip im Objektiv. Exif-Daten sind deshalb u.U. unvollständig oder fehlen. Bei manchen Kameras kann man Objektive ohne Chips (gedacht für alte, manuelle Objektive) im Setup-Menü manuell konfigurieren.

Das Besondere ist das Fokussieren: Durch Drücken oder Ziehen am Plastiktubus wandert der scharfe Bereich (sweet spot) an verschiedene Stellen des Bildes und der Unschärfebereich ist je nach Stellung des Tubus mehr oder weniger ausgeprägt. Am besten kommt der Effekt bei einer Vollformatkamera zur Geltung. Bei dem kleineren Cropsensor ist der Unschärfebereich nur klein und gerade er macht ja den Flair des Objektives aus.

Das Fotografieren mit dem Lensbaby erfordert einiges an Übung. Gerne nehme ich dabei die Hilfe des Schärfeindikators im Sucher meiner Nikon-Kameras  in Anspruch. Die Ergebnisse sind dabei nicht exakt reproduzierbar, der Horror eines jeden Naturwissenschaftlers. Die Bildanzeige auf dem kleinen Kameradisplay zeigt nicht, ob das Bild an der richtigen Stelle scharf genug ist. Erst die Kontrolle am Rechnerbildschirm bringt Gewißheit.

Das Lensbaby Spark ist ein nettes Spielzeug. Prima zum Rumprobieren. Es erzeugt einen unverwechselbaren Bildeffekt. Im folgenden noch einige erste Bilder, die ich mit der Nikon D800 gemacht habe (Klick macht groß!):

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Das „New Petzval Lens“ der Lomographischen Gesellschaft


Die Lomographische Gesellschaft hat sich mit dem russischen Kamerahersteller Zenit zusammengetan und die Neuauflage eines klassischen Objektivs herausgebracht: Vor knapp 200 Jahren revolutionierte Joseph Petzval mit einer Neukonstruktion den Objektivmarkt. Sein Objektivdesign erlaubte eine bis dahin ungekannte Lichtstärke und ein sehr scharfes Zentrum. Die von Zenit in Krasnogorsk produzierte und für Vollformatsensoren gerechnete Neuauflage ist völlig anders als man das von modernen Objektiven gewohnt ist: Es ist ein vollständig manuelles Objektiv, d.h. kein Chip kommuniziert mit der Kameraelektronik und es gibt keinen Autofokus. Scharfgestellt wird mit einem kleinen Rad, das sich seitlich am Objektiv befindet.
Charakteristisch ist das Bokeh (= Qualität der unscharfen Bereiche im Bild) der Linse: Das Objektiv erzeugt bei offenblendiger Verwendung ein kreisförmiges Bokeh um die scharfe Mitte des Bildes.
Ganz ungewohnt ist das Blendensystem des Petzval-Objektivs: Steckblenden aus Metall werden von oben in einen schmalen Schlitz im Objektiv eingeführt. Die Gefahr des Staubeintritts in das Objektiv ist so natürlich gegeben. Auch muss man aufpassen, dass man die einzelnen Blenden nicht verliert. Vorteil davon ist natürlich, dass die Blenden wirklich kreisrund sind und keine „Ecken“ besitzen wie das bei modernen Lamellensystemen fast unvermeidbar ist. Außerdem wurden mit dem Objektiv noch drei Steckblenden in besonderer Form geliefert: es gibt eine Tropfen-, eine Stern- und eine Sechseck-Form. Damit lassen sich Spitzlichter im Bokeh in die entsprechende Form bringen.

Ans Fotografieren mit diesem Objektiv muss man sich erst gewöhnen/einarbeiten. An modernen DSLRs tut man sich mit dem Fokussieren schwer. Verwender von Nikon-Kameras haben hier den Vorteil, dass der Schärfeindikator im Sucher trotzdem funktioniert, das ist meines Wissens nach bei Canon nicht so. Bei der Verwendung des Objektivs an einer alten Analogkamera kann man u.U. einen Schnittbildindikator zum Scharfstellen benutzen, dies erleichtert die Sache ungemein.

Das Fokussieren selbst funktioniert mit der Stellschraube seitlich am Objektiv sehr angenehm. Die Übersetzung ist groß genug und die Lage ist ergonomisch, trotzdem bietet sich ein Arbeiten vom Stativ aus an. Nach den ersten Bildern war ich vom Handling begeistert.

Bei der Bildkomposition unterliegt man der Beschränkung berücksichtigen zu müssen, dass sich der Sweet Spot, der scharfe Bildbereich, in der Mitte befindet. Je offenblendiger man arbeitet, desto deutlicher tritt dieser Effekt hervor.

Verwendet man die Linse an einer Crop-Kamera, dann wird wahrscheinlich ein Großteil des typischen kreisrunden Bokeh-Effektes mit weggeschnitten. Dies ist sehr schade, da ja dies gerade die Charakteristik des Bildes mit prägt. Ich werde das demnächst testen. Die folgenden Bildbeispiele sind mit einer Nikon D800 (Vollformat) in RAW aufgenommen, entwickelt in LR4 und mit dem Details Enhancer der Nik Tools ausgearbeitet. Bei den Blumen-Beispielbildern wurde bei der Aufnahme noch ein 20mm-Makro-Zwischenring verwendet.

Die ersten Linsen waren Anfang 2014 bei den Fotografen, die das Projekt bereits letztes Jahr auf Kickstarter unterstützten. Ich habe mein Exemplar im Februar 2014 vorbestellt, Mitte Juni kam es dann bei mir an.

Das Objektiv ist sicher nicht für jeden geeignet. Das Arbeiten damit entschleunigt deutlich! Vollständig manuelles Arbeiten ist angesagt, Kameraautomatiken funktionieren nicht. Auf keinen Fall ist die Linse ein „Immerdrauf-Objektiv“. Sicher dagegen ist, dass die Verwendung dieses Petzval-Objektivs etwas Besonderes darstellt.

Bilder, die ich mit diesem Objektiv gemacht habe, werde ich in meinem entsprechenden Flickr-Album veröffentlichen.

Der Vollständigkeit halber hier noch die Objektiv-Spezifikationen:

  • Brennweite: 85 mm
  • Größte Blende: f/2.2
  • Blendensystem: Waterhouse Steckblendensystem bis f/16
  • Bildkreis: 44mm
  • Blickwinkel: 28 Grad
  • Bajonett: Canon EF und Nikon F
  • keine elektronischen Kontakte
  • Naheinstellgrenze: 1 m
  • Filterdurchmesser: 58mm