Archiv der Kategorie: Holga

Holga Wide Pinhole Camera – Die Lochkamera

Holga Wide Pinhole Camera 120 WPCMit der Holga WPC 120 belichtet man durch ein kleines Loch (Blende 135, Lochdurchmesser 0,3mm) auf einen Rollfilm 120. Ganz ohne Objektiv und Glas! Das Bild wird im Format 6×12 cm aufgenommen, so dass auf einen Film 6 Bilder passen.

Belichtet habe ich auf Shanghai 120 GP3 (ISO 100). Die Belichtungszeiten bei strahlendem Sonnenschein lagen zwischen 7-9 Sekunden. Ein Drahtauslöser zum Feststellen ist hierbei Pflicht. Leider musste ich bei diesem Film schon öfter feststellen, dass sich der Aufdruck des dunklen Filmrückpapiers in das Negativ eingeprägt hat, daher das rechteckige Muster und die Zahlen in den folgenden Beispielbildern. Diese entstanden in Weiden am Herbstaugraben.

pinhole photography
pinhole photography

pinhole photography

Holgagrafie: Auf dem Weg zum Flickr-Stammtisch Weiden

Letzte Woche am Dienstag, 28.05.2013, fand mal wieder der Weidener Flickr-Stammtisch der Flickrgruppe Weiden statt. Vor dem eigentlichen Stammtisch trafen sich die Mitglieder in der Weidener Innenstadt um noch ein bißchen gemeinsam zu fotografieren. Leider konnte ich da noch nicht dabei sein, weil ich das gute Wetter noch für diverse Gartenarbeiten nutzen musste.

Dafür fotografierte ich später dann auf dem Weg vom Auto zum eigentlichen Stammtisch in der Milchbar, dem Stammlokal des Stammtisches, noch einen Fuji Farbfilm mit der Holga. Leider dauerte die Entwicklung bei einer Drogeriekette über eine Woche, so dass ich euch die Bilder erst jetzt zeigen kann.

Warnhinweis: Die Bilder einer Holga sind ja sehr „speziell“. Wer also meinen Einführungsartikel zur Holgagrafie nicht gelesen hat und bisher von einer Holga auch noch nichts gehört hat, der sollte nicht erschrecken! 🙂

Holgagrafie: Eine kurze Einführung

Die Holga ist eine billige Plastikkamera, die für den chinesischen Massenmarkt in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelt wurde. Sie belichtet 120er Mittelformatfilm entweder im Format 6×6 oder 4,5×6 cm. Die Formatauswahl erfolgt durch zwei verschiedene Masken, die hinter das Objektiv gesteckt werden. Lässt man die Masken weg, bekommt man nicht reproduzierbare Unschärfeeffekte, da der Film dann nicht mehr unbedingt plan liegt.

Die Einstellmöglichkeiten sind bei einer Holga sehr limitiert: Es stehen nur zwei Blenden zur Verfügung, offiziell f8 und f16, in Wirklichkeit eher f13 und f19. Die Entfernung wird grob über einen mit Symbolen verzierten Einstellring festgelegt. Die Plastiklinse (mittlerweile gibt es auch Modelle mit einer einfachen, unvergüteten Glaslinse) besitzt eine Festbrennweite von ca. 60 mm. Die Verschlußzeit beträgt ca. 1/100 s, manche Modelle bieten noch die Möglichkeit, den Verschluß solange offen zu halten, wie der Auslöser gedrückt wird (Bulb).

Im Laufe der Zeit kamen immer mehr Modelle mit verschiedensten Ausstattungsmerkmalen auf den Markt. Es gibt Holgas mit Plastik- oder Glaslinsen, sie sind aber auch als Lochkameras erhältlich. Desweiteren gibt es Modelle mit Lichtschachtsucher, für 3D-Fotografie und für Panoramafotografie. Alles sind analoge Apparate für Mittelformat- oder Kleinbildfilm.

Erhältlich sind die verschiedenen Modelle über die Bucht von Anbietern aus Hongkong, etwas teuerer wird es bei deutschen Händlern.

Die Ergebnisse, die man mit einer Holga erzielt sind alles andere als perfekte Bilder. Aufgrund der billigen Bauart ergeben sich eine Fülle von Abbildungsfehlern, die aber gerade den Reiz der Aufnahmen ausmachen. Einige dieser eingebauten „Features“ sind zum Beispiel:
Die Bilder vignettieren stark; der Ort maximaler Schärfe liegt im Zentrum, zum Rand hin werden die Bilder sichtlich unscharf; vom sichtbaren Farbspektrum werden am unteren und oberen Ende Wellenlängen abgeschnitten, auch gibt es deutliche chromatische Aberationen, dies führt zu einer charakteristischen Farbstimmung bei Holgabildern; oft gibt es auch Lichtlecks, die die Bilder einer Holga einzigartig machen. Die Lichtlecks und das rote Sichtfenster in der Rückwand, das die Bildnummer des Films bei Mittelformatmodellen zeigt, werden aber auch oft mit Klebeband abgedichtet damit kein Licht eindringen kann.

Der manuelle Filmtransport bietet Raum für kreative Einsatzmöglichkeiten. So sind z.B. Mehrfachbelichtungen oder überlappende Belichtungen sehr einfach realisierbar.

Das Fotografieren mit einer Holga ruft bei den Betrachtern unterschiedliche Reaktionen hervor: Auf der einen Seite genießt die Holga Kultstatus, auf der anderen Seite gibt es viele, die diese Art der Fotografie zutiefst verabscheuen. Für mich ist das Fotografieren mit der Holga ein Experiment. Manchmal gefallen mir die Ergebnisse, oft auch nicht.

Wie steht ihr zur Holgagrafie? Mögt ihr sie oder haßt ihr sie? Lasst es mich doch in den Kommentaren wissen.

Für meine Bilder verwende ich eine Holga 120N. Es ist das einfachste Modell für Mittelformatfilm mit Plastiklinse und Mittenkontaktblitzschuh.

Zum Schluß noch Bilder eines von mir bei einem Rundgang durch Nabburg (Oberpfalz/Bayern/Deutschland) aufgenommenen Films, schwarzweiß, Kodak Tmax pro 100, 06/2002 abgelaufen. Belichtet am 24.05.2013 bei sehr bedecktem Himmel. Es sind nur elf Bilder, da ich den Film beim Einspulen in die Kamera zu weit gedreht habe. Die Ergebnisse in ihrer Unvollkommenheit erinnern mich an mehr als 100 Jahre alte Aufnahmen.

Weitere Holgaexperimente werde ich in loser Reihenfolge hier im Blog präsentieren.