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Das Neptune Convertible Art Lens System

Geliefert in einer grasgrünen Schachtel (siehe letzten Blogeintrag) umfasst das Neptune Convertible Art Lens System momentan eine für alle Objektive des Systems zu verwendende Blendenbasis und drei Festbrennweiten. Diese haben alle einen eigenen Namen:

  • das 3.5/35mm THALASSA,
  • das 2.8/50mm DESPINA und
  • das 4.0/80mm PROTEUS.

Die Objektive sind sehr kompakt, da es sich einerseits um manuelle Objektive handelt (kein Autofokus möglich) und zum anderen nicht am Kamerabody, sondern an der Blendenbasis angeschlossen werden. Ein Blendensystem für alle Objektive!

Die Blendenbasis hat keinen Chip, Exifdaten werden also nicht abgepeichert. Die Blendenlamellen lassen sich stufenlos durch Drehen am entsprechenden Ring verstellen. Für die drei Objektive sind verschiedene Markierungen mit den üblichen Blendenwerten an der Basis angebracht. In schwierigen Lichtsituationen haben die Blendenöffnungen noch einen Spielraum zu größeren Blendenöffnungen als angegeben. Dabei kann sich die Bildqualität u.U. etwas verschlechtern. Außerdem gibt es die Möglichkeit, bei geöffneten Blendenlamellen Scheiben mit speziellen Blendenformen in die Basis einzusetzen. Damit lassen sich im Bokeh bei Spitzlichtern Formen erzeugen.

Die Blendenbasis

Das Neptune Objektiv System soll vom Hersteller, der Lomographischen Gesellschaft, noch weiter ausgebaut werden. Bereits in der Produktion befindet sich das Naiad 15mm Objektiv. Es soll im Frühjahr 2018 verfügbar sein. Weitere Objektive mit Brennweiten bis zu 400mm, die alle an der Blendenbasis angebracht werden, sind geplant.

Das Neptune 50mm-Objektiv an einer Nikon D800

Die metallenen Objektivdeckel besitzen ein Schraubgewinde. Das Abnehmen der Deckel erfordert so etwas Gefummel. Die Deckel an der Bajonettseite der Linsen sind Plastikkappen, die einfach nur aufgesteckt sind. Die Blendenbasis besitzt kameraseitig einen normalen Plastikbajonettdeckel zum schrauben, an der Objektivseite einen Plastikdeckel, der nur aufgesteckt ist, sich also nicht verriegeln lässt und etwas locker sitzt.

Die folgenden Bilder zeigen einen Brennweitenvergleich der drei Objektive. Die Aufnahmen wurden jeweils mit der offiziellen Offenblende aufgenommen. Die RAW-Bilder wurden in Lightroom einer Standartentwicklung unterzogen, ohne jedoch beschnitten oder gerade gerichtet zu werden. Es soll ja der ganze Bildausschnitt dargestellt werden.

Hier noch zwei Beispielbilder, aufgenommen mit dem PROTEUS-80mm-Objektiv bei Blende 4:

Im extremen Gegenlicht oder Streulicht kam es bei anderen Aufnahmen zu deutlich sichtbaren lila Verfärbungen. Ich denke, das kommt von der Vergütung. Schade, dass bei den Objektiven keine Streulichtblenden dabei sind. Dies könnte den Effekt bei seitlichem Lichteinfall verhindern oder zumindest mindern. Im folgenden Bild erkennt man deutlich die Verfärbung im Bereich der Hundeschnauze (Pfeil).

Fazit:

Die Idee, dass man verschiedene Frontlinsen an ein und dieselbe Blendenbasis adaptiert, ist pfiffig. Das führt zu kleinen, kompakten Objektiven, die nicht viel Platz beim Transport brauchen und auch noch leicht sind. Außerdem muss nicht bei jedem zusätzlichen neuen Objektiv das Blendensystem wieder dazugekauft (und herumgetragen) werden. Da ja die Blendenzahl von der Brennweite abhängt, kann für die drei originären Objektive der Blendenring mit den entsprechenden Blendenmarkierungen verstellt werden. Wie das aber bei zukünftig für das System erscheinenden Objektiven (z.B. dem im Frühjahr erscheinenden 15-mm-Naiad-Objektiv) aussehen wird, bleibt abzuwarten. Die vorhandenen Skalen an der Blendenbasis stimmen für andere Brennweiten jedenfalls nicht.

Da es sich um manuelle Objektive handelt muss manuell fokussiert und belichtet werden. Wem das zu viel Aufwand ist, für den ist dieses Objektivsystem nichts. Das Fotografieren mit dem Neptune-System „entschleunigt“.

Da es sowohl an analoge, wie auch an digitale Kameras angebracht werden kann, ist dieses System sehr vielseitig einsetzbar. Es ist für Nikon, Canon und Pentax Kameras erhältlich. Mit den entsprechenden Adaptern kann es auch an vielen weiteren Kameras verwendet werden.

Wer nicht auf Kickstarter an der Crowdfounding-Aktion teilgenommen hat, kann das System hier vorbestellen.

Es genügt eine kleine Tasche!

PS: Ich habe an der Crowdfounding-Aktion teilgenommen und stehe in keiner wirtschaftlichen Beziehung zu Lomography.com. Auch an dem Vorbestellungslink verdiene ich nichts!

Zenit 122 mit MC Helios 44M-5 58mm/2.0

Zenit 122

Hier präsentiere ich die Ergebnisse des ersten von mir mit einer Zenit 122 belichteten Films. Die Zenit 122 ist eine russische Kunststoffkamera mit einem TTL-Belichtungsmesser. Im Sucher befinden sich zwei rote und eine grüne LED, diese signalisieren Über-, Unter- oder richtige Belichtung. Produziert wurde die Kamera seit 1990. Sie besitzt ein Schraubbajonett und ist ziemlich einfach aufgebaut. Am Body sitzt ein Helios 58mm/2.0-Objektiv.

Die erhaltenen Ergebnisse der ersten Filmrolle (AGFA APX100, SW-Film) haben mich sehr angenehm  überrascht. Die Belichtung gemäß den angezeigten Indikatoren des eingebauten Belichtungsmessers ist ziemlich genau. Den Film ließ ich bei Rossmann entwickeln, dieser wurde dann gescannt und die Bilder in Lightroom etwas bearbeitet. Die Fotos entstanden zum größten Teil in Nabburg.

 

Schwarz-Weiß-Challenge

Da ich für die Schwarz-Weiß-Challenge (5 Tage, 5 SW-Bilder) auf Facebook nominiert wurde, möchte ich euch hier die fünf Bilder, die ich gepostet habe, zeigen (Klick macht groß!):

Das Bild mit dem Kreuz wurde mit der Nikon D800 und dem 1.8/50mm-Objektiv gemacht. Bearbeitung mit LR4 und Nik SilverEfex.

Die restlichjen Bilder wurden mit dem iPhone5 gemacht. Umwandlung in SW mit Nik Silver Efex und Nik Analog Efex 2.

 

 

Das „New Petzval Lens“ der Lomographischen Gesellschaft


Die Lomographische Gesellschaft hat sich mit dem russischen Kamerahersteller Zenit zusammengetan und die Neuauflage eines klassischen Objektivs herausgebracht: Vor knapp 200 Jahren revolutionierte Joseph Petzval mit einer Neukonstruktion den Objektivmarkt. Sein Objektivdesign erlaubte eine bis dahin ungekannte Lichtstärke und ein sehr scharfes Zentrum. Die von Zenit in Krasnogorsk produzierte und für Vollformatsensoren gerechnete Neuauflage ist völlig anders als man das von modernen Objektiven gewohnt ist: Es ist ein vollständig manuelles Objektiv, d.h. kein Chip kommuniziert mit der Kameraelektronik und es gibt keinen Autofokus. Scharfgestellt wird mit einem kleinen Rad, das sich seitlich am Objektiv befindet.
Charakteristisch ist das Bokeh (= Qualität der unscharfen Bereiche im Bild) der Linse: Das Objektiv erzeugt bei offenblendiger Verwendung ein kreisförmiges Bokeh um die scharfe Mitte des Bildes.
Ganz ungewohnt ist das Blendensystem des Petzval-Objektivs: Steckblenden aus Metall werden von oben in einen schmalen Schlitz im Objektiv eingeführt. Die Gefahr des Staubeintritts in das Objektiv ist so natürlich gegeben. Auch muss man aufpassen, dass man die einzelnen Blenden nicht verliert. Vorteil davon ist natürlich, dass die Blenden wirklich kreisrund sind und keine „Ecken“ besitzen wie das bei modernen Lamellensystemen fast unvermeidbar ist. Außerdem wurden mit dem Objektiv noch drei Steckblenden in besonderer Form geliefert: es gibt eine Tropfen-, eine Stern- und eine Sechseck-Form. Damit lassen sich Spitzlichter im Bokeh in die entsprechende Form bringen.

Ans Fotografieren mit diesem Objektiv muss man sich erst gewöhnen/einarbeiten. An modernen DSLRs tut man sich mit dem Fokussieren schwer. Verwender von Nikon-Kameras haben hier den Vorteil, dass der Schärfeindikator im Sucher trotzdem funktioniert, das ist meines Wissens nach bei Canon nicht so. Bei der Verwendung des Objektivs an einer alten Analogkamera kann man u.U. einen Schnittbildindikator zum Scharfstellen benutzen, dies erleichtert die Sache ungemein.

Das Fokussieren selbst funktioniert mit der Stellschraube seitlich am Objektiv sehr angenehm. Die Übersetzung ist groß genug und die Lage ist ergonomisch, trotzdem bietet sich ein Arbeiten vom Stativ aus an. Nach den ersten Bildern war ich vom Handling begeistert.

Bei der Bildkomposition unterliegt man der Beschränkung berücksichtigen zu müssen, dass sich der Sweet Spot, der scharfe Bildbereich, in der Mitte befindet. Je offenblendiger man arbeitet, desto deutlicher tritt dieser Effekt hervor.

Verwendet man die Linse an einer Crop-Kamera, dann wird wahrscheinlich ein Großteil des typischen kreisrunden Bokeh-Effektes mit weggeschnitten. Dies ist sehr schade, da ja dies gerade die Charakteristik des Bildes mit prägt. Ich werde das demnächst testen. Die folgenden Bildbeispiele sind mit einer Nikon D800 (Vollformat) in RAW aufgenommen, entwickelt in LR4 und mit dem Details Enhancer der Nik Tools ausgearbeitet. Bei den Blumen-Beispielbildern wurde bei der Aufnahme noch ein 20mm-Makro-Zwischenring verwendet.

Die ersten Linsen waren Anfang 2014 bei den Fotografen, die das Projekt bereits letztes Jahr auf Kickstarter unterstützten. Ich habe mein Exemplar im Februar 2014 vorbestellt, Mitte Juni kam es dann bei mir an.

Das Objektiv ist sicher nicht für jeden geeignet. Das Arbeiten damit entschleunigt deutlich! Vollständig manuelles Arbeiten ist angesagt, Kameraautomatiken funktionieren nicht. Auf keinen Fall ist die Linse ein „Immerdrauf-Objektiv“. Sicher dagegen ist, dass die Verwendung dieses Petzval-Objektivs etwas Besonderes darstellt.

Bilder, die ich mit diesem Objektiv gemacht habe, werde ich in meinem entsprechenden Flickr-Album veröffentlichen.

Der Vollständigkeit halber hier noch die Objektiv-Spezifikationen:

  • Brennweite: 85 mm
  • Größte Blende: f/2.2
  • Blendensystem: Waterhouse Steckblendensystem bis f/16
  • Bildkreis: 44mm
  • Blickwinkel: 28 Grad
  • Bajonett: Canon EF und Nikon F
  • keine elektronischen Kontakte
  • Naheinstellgrenze: 1 m
  • Filterdurchmesser: 58mm

Erste Ergebnisse mit dem Lomography Redscale Negative 120 Film

An einem schönen Februartag testete ich eine Rolle des Redscale Negativfilm der Lomographischen Gesellschaft in meiner Yashica Mat 124G Mittelformatkamera. Bei einem Redscale-Film werden die farbempfindlichen Schichten in umgekehrter Reihenfolge als normal belichtet da der Film quasi falsch herum in der Kamera eingelegt ist. Dabei dominieren normalerweise – je nach Belichtung – Rot- Gelb – und Orangetöne.

Yashica Mat 124G

Belichtet habe ich gem. ISO64, Nennempfindlichkeit ist ISO100. Überrascht haben mich die Violetttöne in einigen Bildern. Dass alle Bilder so aussehen als hätte man eine Vintage-Textur darübergelegt habe ich jetzt so auch nicht erwartet. Könnte vielleicht an der Entwicklung liegen? Mal sehen wie die Ergebnisse sind, wenn ich die nächsten Filme bei einer anderen Drogeriekette entwickeln lasse.

Die Ergebnisse haben auf jeden Fall einen ganz eigenen Look, der nicht jedem – und auch mir nicht immer – gefällt.

Bei den folgenden Ergebnissen gilt wie immer: Klick macht groß!

Die meisten der gezeigten Bilder entstanden in Neustadt a.d.WN in der Felixallee.

Buchtipp: Das Foto – von Harald Mante

Harald Mante - Das Foto

Das auf dem Bild gezeigte Buch ist eine ältere Auflage des Buches „Das Foto – Bildaufbau und Farbdesign“ von Harald Mante. Hier findet man die aktuelle Auflage vom Oktober 2010, erweitert auf 208 Seiten und um 60 neue Aufnahmen bereichert. Das Buch befähigt den Leser durch bewußte Komposition und Farbzusammenstellungen seine Fotos auf die nächste Stufe zu heben. Ein kompositorisches Standardwerk und eine unbedingte Empfehlung für alle, die fotografieren.

Der Autor, Harald Mante, Jahrgang 1936, verfasste viele Bildbände und Fotolehrbücher. Bis zu seiner Emeritation im Jahre 2001 war er Dozent für freie und experimentelle Farbfotografie an mehreren Hochschulen. Ich selbst las bereits Ende der 80er-Jahre Bücher von ihm mit großem Interesse. Der geometrische Aufbau und die Wahl der Farben haben mich bei seiner Bildsprache stets fasziniert.

In diesem Buch findet man keine Tipps zur Aufnahmetechnik, es geht rein um die Bildinhalte. Die folgenden Gestaltungsmittel werden ausführlich erörtert: Der Punkt, die Linie, die Fläche, allgemeine Kontraste und Farbkontraste. Im letzten Kapitel geht der Autor dann noch auf die richtige Anwendung der zuvor besprochenen Mittel ein. Illustriert wird dies alles an sehr vielen ausdrucksstarken Fotos.

Egal auf welcher Stufe ein Leser steht, ob Anfänger, Fortgeschrittener oder Profi, ich bin mir sicher, dass jeder einen Vorteil aus der (eventuelle auch wiederholten) Lektüre dieses ausgezeichneten Werkes ziehen kann.

Das Buch ist zugegebenermaßen nicht billig. Aber der hochwertige Druck und erst recht der hervorragende Inhalt rechtfertigen dies durchaus. Ist einem der Preis trotzdem zu hoch, kann man es ja gegebenenfalls auch gebraucht erstehen oder in einer öffentlichen Bibliothek finden. Eine klare Leseempfehlung!

Stadtrundgang mit der analogen Nikon EM und dem Soligor 2.8/20mm-Objektiv in Weiden

Am 02. Dezember lud ich die alte Nikon EM mit einem AGFA APX 100 Schwarzweißfilm und machte einen kleinen Spaziergang durch die Weidener Altstadt und den Weihnachtsmarkt. An der Kamera hatte ich ein Soligor 2.8/20mm-Objektiv. Der Film wurde bei Rossmann entwickelt, von mir gescannt und in LR ein bisschen optimiert.

Wie immer gilt: Klick macht groß.

Ein Artikel über die Nikon EM wird demnächst folgen.
Hier ist noch ein Bild meiner Nikon EM, allerdings nicht mit dem verwendeten 20mm-Objektiv von Soligor, sondern mit einem Nikkor 1.8/50mm der E-Serie.
Nikon EM with Nikkor 1.8/50mm E

Holgagrafie: Auf dem Weg zum Flickr-Stammtisch Weiden

Letzte Woche am Dienstag, 28.05.2013, fand mal wieder der Weidener Flickr-Stammtisch der Flickrgruppe Weiden statt. Vor dem eigentlichen Stammtisch trafen sich die Mitglieder in der Weidener Innenstadt um noch ein bißchen gemeinsam zu fotografieren. Leider konnte ich da noch nicht dabei sein, weil ich das gute Wetter noch für diverse Gartenarbeiten nutzen musste.

Dafür fotografierte ich später dann auf dem Weg vom Auto zum eigentlichen Stammtisch in der Milchbar, dem Stammlokal des Stammtisches, noch einen Fuji Farbfilm mit der Holga. Leider dauerte die Entwicklung bei einer Drogeriekette über eine Woche, so dass ich euch die Bilder erst jetzt zeigen kann.

Warnhinweis: Die Bilder einer Holga sind ja sehr „speziell“. Wer also meinen Einführungsartikel zur Holgagrafie nicht gelesen hat und bisher von einer Holga auch noch nichts gehört hat, der sollte nicht erschrecken! 🙂

Holgagrafie: Eine kurze Einführung

Die Holga ist eine billige Plastikkamera, die für den chinesischen Massenmarkt in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelt wurde. Sie belichtet 120er Mittelformatfilm entweder im Format 6×6 oder 4,5×6 cm. Die Formatauswahl erfolgt durch zwei verschiedene Masken, die hinter das Objektiv gesteckt werden. Lässt man die Masken weg, bekommt man nicht reproduzierbare Unschärfeeffekte, da der Film dann nicht mehr unbedingt plan liegt.

Die Einstellmöglichkeiten sind bei einer Holga sehr limitiert: Es stehen nur zwei Blenden zur Verfügung, offiziell f8 und f16, in Wirklichkeit eher f13 und f19. Die Entfernung wird grob über einen mit Symbolen verzierten Einstellring festgelegt. Die Plastiklinse (mittlerweile gibt es auch Modelle mit einer einfachen, unvergüteten Glaslinse) besitzt eine Festbrennweite von ca. 60 mm. Die Verschlußzeit beträgt ca. 1/100 s, manche Modelle bieten noch die Möglichkeit, den Verschluß solange offen zu halten, wie der Auslöser gedrückt wird (Bulb).

Im Laufe der Zeit kamen immer mehr Modelle mit verschiedensten Ausstattungsmerkmalen auf den Markt. Es gibt Holgas mit Plastik- oder Glaslinsen, sie sind aber auch als Lochkameras erhältlich. Desweiteren gibt es Modelle mit Lichtschachtsucher, für 3D-Fotografie und für Panoramafotografie. Alles sind analoge Apparate für Mittelformat- oder Kleinbildfilm.

Erhältlich sind die verschiedenen Modelle über die Bucht von Anbietern aus Hongkong, etwas teuerer wird es bei deutschen Händlern.

Die Ergebnisse, die man mit einer Holga erzielt sind alles andere als perfekte Bilder. Aufgrund der billigen Bauart ergeben sich eine Fülle von Abbildungsfehlern, die aber gerade den Reiz der Aufnahmen ausmachen. Einige dieser eingebauten „Features“ sind zum Beispiel:
Die Bilder vignettieren stark; der Ort maximaler Schärfe liegt im Zentrum, zum Rand hin werden die Bilder sichtlich unscharf; vom sichtbaren Farbspektrum werden am unteren und oberen Ende Wellenlängen abgeschnitten, auch gibt es deutliche chromatische Aberationen, dies führt zu einer charakteristischen Farbstimmung bei Holgabildern; oft gibt es auch Lichtlecks, die die Bilder einer Holga einzigartig machen. Die Lichtlecks und das rote Sichtfenster in der Rückwand, das die Bildnummer des Films bei Mittelformatmodellen zeigt, werden aber auch oft mit Klebeband abgedichtet damit kein Licht eindringen kann.

Der manuelle Filmtransport bietet Raum für kreative Einsatzmöglichkeiten. So sind z.B. Mehrfachbelichtungen oder überlappende Belichtungen sehr einfach realisierbar.

Das Fotografieren mit einer Holga ruft bei den Betrachtern unterschiedliche Reaktionen hervor: Auf der einen Seite genießt die Holga Kultstatus, auf der anderen Seite gibt es viele, die diese Art der Fotografie zutiefst verabscheuen. Für mich ist das Fotografieren mit der Holga ein Experiment. Manchmal gefallen mir die Ergebnisse, oft auch nicht.

Wie steht ihr zur Holgagrafie? Mögt ihr sie oder haßt ihr sie? Lasst es mich doch in den Kommentaren wissen.

Für meine Bilder verwende ich eine Holga 120N. Es ist das einfachste Modell für Mittelformatfilm mit Plastiklinse und Mittenkontaktblitzschuh.

Zum Schluß noch Bilder eines von mir bei einem Rundgang durch Nabburg (Oberpfalz/Bayern/Deutschland) aufgenommenen Films, schwarzweiß, Kodak Tmax pro 100, 06/2002 abgelaufen. Belichtet am 24.05.2013 bei sehr bedecktem Himmel. Es sind nur elf Bilder, da ich den Film beim Einspulen in die Kamera zu weit gedreht habe. Die Ergebnisse in ihrer Unvollkommenheit erinnern mich an mehr als 100 Jahre alte Aufnahmen.

Weitere Holgaexperimente werde ich in loser Reihenfolge hier im Blog präsentieren.

Oldtimertreffen 2013 in Weiden i.d.Opf.

Vor einer guten Woche, am 05.05.2013 war es mal wieder soweit. Der AvD organisierte ein Oldtimertreffen in der Weidener Fußgängerzone rund um das alte Rathaus. 179 betagte motorisierte Vehikel konnten bei gutem Wetter von den Besuchern dieses Events bestaunt werden. Darunter befand sich sogar ein 103 Jahre alter Buick.
Yashica Mat - 124 G

Zu den alten Autos, so dachte ich mir, passt auch eine alte Kamera. So zog ich am Vormittag los, um mit meiner doppeläugigen (einer TLR = Twin-Lens-Reflex) Yashica Mat 124 G nun endlich doch einmal den vor einem halben Jahr eingelegten Schwarzweiß-Film zu belichten. Die Negative wurden gescannt und in LR4 noch etwas angepasst. Alle 12 Fotos des Films findet Ihr hier (Klick macht groß bzw. Diashow) :

Nachmittags war ich dann nochmal mit meiner Nikon D800 und dem Ultraweitwinkelzoom 12-24mm von Sigma unterwegs um ein paar Impressionen einzufangen: