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Frohe Ostern 2018!

Frohe Ostern!

Ich wünsche allen Lesern ein frohes Osterfest!

Das Beitragsbild wurde mit einer Nikon D5300 und einem Yongnuo 100mm-Objektiv vor einer Bokehwand aufgenommen. Keine Fotomontage!

Yongnuo 100mm F2N für Nikon

Yongnuo 100mm F2N

Nachdem sich Yongnuo mit günstigen Blitzgeräten und anderem Fotozubehör einen Namen gemacht hat, gibt es seit kurzem auch Objektive von dem asiatischen Hersteller. Das 50mm-Objektiv habe ich hier getestet. Beispielbilder vom 50mm-Objektiv sind hier zu sehen. Die Qualität kann sich sehen lassen. Entsprechend gespannt war ich auf das 2.0/100mm-Objektiv.

Auch bei diesem Objektiv muss, wie beim 50mm, vor dem ersten Gebrauch eine Schutzfolie sowohl von der Front- als auch von der rückwärtigen Linse entfernt werden. Im Unterschied zum 50mm gibt es beim 100mm-Objektiv einen USB-Anschluss. Dieser dient zum Updaten der Firmware. Das war auch meine erste Aktion, eine Firmwareaktualisierung von Version 1.01 auf 1.05. Das klappt super einfach: Die Software von der Yongnuo-Homepage runterladen, Software installieren und starten, Objektiv (vom Kamerabody getrennt!) per USB-Kabel am  Rechner anstöpseln, neue Firmware auswählen und Upload aufs Objektiv starten. Die Aktualisierung auf die neueste Version sollte man unbedingt durchführen, gab es doch gem. Berichten im Netz bei Vorgängerversionen bei einigen Kameramodellen Belichtungsschwierigkeiten mit der Automatik.

Von der Haptik macht das Objektiv einen guten Eindruck. Es ist schwerer als erwartet. Leider ist im Lieferumfang keine Streulichtblende enthalten. Eine solche sollte man sich aber unbedingt dazu bestellen, da das Objektiv für Streulicht anfällig zu sein scheint. Blendenlamellen besitzt das Objektiv neun.

Gleich beim ersten Bild mit dem Objektiv, eine krasse Gegenlichtsituation am frühen Morgen, fielen mir die starken chromatischen Abberationen (Farbsäume) auf. Diese Farbsäume sind in dieser extremen Situation selbst in der Bildmitte deutlich sichtbar. Bearbeitet man seine Bilder nach, bekommt man das bei der RAW-Entwicklung aber schon in den Griff. Hier das Bild, eine Ausschnittsvergrößerung aus der Mitte sowie eine CA-korrigierte Version mit Lightroom (Klick macht groß!):

Die Original Nikon D800-RAW-Datei kann hier runtergeladen werden.

Das Zweite, was mir aufgefallen ist, ist die Naheinstellgrenze. Diese beträgt ca. 0,9m. Für Makroaufnahmen am Vollformat ist das nicht besonders nah. Blümchenfotografie und andere Makros sind nicht die Domäne dieses Objektivs. Es sei denn man arbeitet mit Nahlinsen oder Zwischenringen. Hier ein Bild, aufgenommen ohne Hilfsmittel an einer Vollformatkamera (Nikon D800), stark gecroppt.

Nikon D800 mit YN100mm F2N bei F2.0 stark gecroppt.

Wenn ich das Objektiv öfter benutzt habe, wird ein weiterer Erfahrungsbericht folgen.

 

 

Partielle Sonnenfinsternis 2015

Phasen der Sonnenfinsternis 2015

Am 20. März 2015 war es mal wieder soweit: Man konnte das seltene Spektakel einer Sonnenfinsternis beobachten. Ab 9:30 Uhr schob sich der Mond immer weiter vor die Sonne und schattete sie so ab. Gegen 10:40 Uhr erreichte die Abschattung ihren Höhepunkt. Dabei wurde vom Mond ca. 70 Prozent der Sonnenscheibe verdeckt. Im Gegensatz zum Jahr 1999, als man eine totale Sonnenfinsternis mit 100% Abdeckung beobachten konnte, merkte man von der Abschattung ohne die Betrachtung der Sonnenscheibe selbst kaum etwas. Die nächste Sonnenfinsternis wird erst 2081 stattfinden.

Wer die Sofie betrachten wollte, hatte Glück. Der 20. März war in der Oberpfalz ein sonniger Tag, ohne jede Wolken. Ideal für die Beobachtung des Himmelsschauspiels. Bereits früh am Morgen gab es einen schönen Sonnenaufgang.

Sonnenaufgang am Tag der Sonnenfinsternis

Ich selbst beobachtete und fotografierte die Sonnenfinsternis auf dem Harlesberg, gegenüber des Weidener Ortsteils Hammerweg. Hier meine fotografische Ausbeute: (Klick macht groß!)

Für Interessierte beschreibe ich jetzt die Vorgehensweise beim Erstellen der Sofi-Bilder: Meine alte Nikon D300 (Crop-Kamera) wurde auf ein stabiles Manfrotto-Stativ gesetzt. Als Optik fand ein altes Beroflex 500mm-Teleobjektiv, das mittels T2-Adapter an die Kamera angesetzt wurde, Verwendung. Mit diesem Objektiv habe ich bereits 1999 die totale Sonnenfinsternis fotografiert, damals noch auf Film mit einer Minolta 7000. Vor dem Objektiv wurde eine spezielle Beobachtungsfolie aus dem Fachhandel angebracht. Mit dem manuellen Objektiv wurde auf Unendlich fokussiert, bei Blenden zwischen 22 und 32 bei Verschlußzeiten zwischen 1/500s und 1/2000 fotografiert. Ausgelöst wurde erschütterungsfrei über einen Yongnuo Funkauslöser mit Spiegelvorauslösung.

Zum Schluss noch ein Brennweitenvergleich des verwendeten 500mm-Beroflex-Objektivs mit der Normalbrennweite von 50mm, allerdings mit dem Crop-Sensor der Niklon D300 (Crop-Faktor 1,5). Aufgenommen vom Harlesberg aus mit Blickrichtung Neustadt, St. Felix.

 

Foto Basics: Die Blende

Dies ist der erste Artikel, der sich mit fotografischem Grundlagenwissen beschäftigt. Er richtet sich an Einsteiger, die ihr Wissen erweitern wollen und so ihre Bilder auf das nächste Level bringen möchten. Umsteiger, die von einer einfachen Point-and-Shoot-Kamera, bei der man nur den Auslöser drücken konnte, sonst aber keine Eingriffe in den Bildentstehungsprozess möglich waren, auf eine Spiegelreflexkamera oder eine Systemkamera aufgerüstet haben, werden mit vielen Zahlen konfrontiert: Blende, Verschlußzeit, ISO oder Brennweite. Erst die Kenntnis, was diese Werte bei einem Foto bewirken und der bewußte Umgang damit ermöglicht eine geplante Bildwirkung. Die teuere Spiegelreflex- oder Systemkamera einfach auf Totalautomatikstellung zu betreiben bringt keine besseren Bilder als beim „Knipsen“ mit einer einfachen Point-and-Shoot-Kamera.

Erklärungen zu den Grundlagen der Fotografie werden hier im Blog in loser Folge immer mal wieder erscheinen. Los geht’s mit der Blende, die jedes moderne Objektiv besitzt.

Die Blende steuert die Bildhelligkeit des aufgenommenen Gegenstandes auf dem Sensor (bzw. Film). Dank einer Irisblende kann man die Öffnung der Blende verändern. Eine Irisblende hat viele überlappende Blendenlamellen, so dass sich die Blendenöffnung pupillenartig vergrößern und verkleinern lässt. Je größer die Blendenöffnung, desto mehr Licht fällt auf den Bildsensor. Dabei ist es für den Anfänger oft verwirrend, dass eine große Blendenöffnung  einer kleinen Blendenzahl entspricht. Dies ist in den nächsten Bildern an einem Samyang 85mm-Objektiv verdeutlicht. Blende 1.4 (Offenblende) zeigt eine große Lichtöffnung, bei Blende 8 ist sie deutlich kleiner.

Samyang 85mm/1.4

Blendenvergleich

Blendenöffnungsvergleich beim Samyang 85mm/1.4: Offenblendig und bei Blende 8

Wie kommt nun der Zahlenwert der Blende zustande? Wäre es nicht einfacher, den Öffnungsdurchmesser der Blende als Zahlenwert in Millimeter anzugeben? Nein, das geht deshalb nicht, da die Blende die Helligkeit des Bildes auf dem Sensor regelt und diese hängt auch noch von der Brennweite des verwendeten Objektivs ab. Vergleicht man die Bildhelligkeit eines Gegenstandes, der mit einem  Weitwinkel- und einem Teleobjektiv bei gleichem Öffnungsdurchmesser der Blende aufgenommen wurde, dann ist das vom Teleobjektiv erzeugte (größere) Abbild des Gegenstandes dunkler. Die verwendeten Blendenzahlen berücksichtigen dies, so dass die Bildhelligkeit eines aufgenommenen Gegenstandes bei gleicher Blendenzahl stets die gleiche ist. Dies ist für die Belichtungsmessung wichtig.

Die nächste Abbildung demonstriert die verschiedene Bildhelligkeit bei verschiedenen Blendenwerten. Die restlichen Aufnahmeparameter (ISO, Verschlußzeit und Brennweite) wurden dabei nicht verändert. Bei Blende 5.6 ist das Foto zu hell, bei Blende 10 ist es richtig belichtet und bei Blende 16 ist es unterbelichtet.

Für den Anfänger mag der Zusammenhang zwischen der Blende und der Schärfentiefe noch interessant sein. Unter der Schärfentiefe versteht man den Bereich vor und hinter der genauen Einstellebene, der noch als ausreichend scharf wahrgenommen wird. Die Schärfentiefe wird um so größer, je mehr man abblendet (die Blendenöffnung verkleinert), also je größer die Blendenzahl wird. Die folgenden Bilder veranschaulichen dies (aufgenommen mit dem Walimex 85mm/1.4-Objektiv an einer Nikon D300).

Die Schärfentiefe hängt auch noch von der Brennweite des Objektivs ab. Bei gleicher Blende und Entfernungseinstellung ist die Schärfentiefe bei Weitwinkelobjektiven größer als bei Telebrennweiten.

Normalerweise ist die Blende beim Blick durch den Sucher vollständig geöffnet und wird erst direkt vor der Belichtung nach dem Drücken des Auslösers auf den eingestellten Wert (=Arbeitsblende) geschlossen. So hat man ein helles Sucherbild, kann aber den endgültigen Schärfeverlauf nicht kontrollieren. Bessere Spiegelreflexmodelle bieten hier Abhilfe mit einer sogenannten Abblendtaste. Solange diese gedrückt wird schließt sich die Blende auf den voreingestellten Wert, der Sucher verdunkelt sich entsprechend und man sieht den Schärfeverlauf so, wie er auf dem Foto sein wird.

Gestalterisch ist es oft nicht sinnvoll, alles von vorne bis hinten im Bild völlig scharf zu haben. Bildwichtige Details können über einen gezielt gesetzten Schärfeverlauf hervorgehoben werden. Bei Portraits lässt man z.B. den Hintergrund bewußt in der Unschärfe verschwinden, dafür verwendet man dann eine große Blende.

Leider sind lichtstarke Objektive mit einer großen Anfangsblendenöffnung sehr teuer. Generell gilt: je größer die Anfangsblende, desto teuerer (und auch schwerer) das Objektiv. Ein Tipp ist hierbei ein 50mm/1.8-Normalobjektiv. Alle Spiegelreflexkamerahersteller bieten ein solches Objektiv zu einem günstigen Preis an.

Fotografiert man mit ganz kleinen Blendenöffnungen, so kommt es trotz der großen Schärfentiefe zu einem allgemeinen Schärfeverlust. Hervorgerufen wird dieser durch die Beugung der Lichtstrahlen an den Rändern der Blende. Besonders fällt das bei Lochkameraaufnahmen auf, da hier mit extrem kleinen Blendenöffnungen gearbeitet wird. Das folgende Bild, aufgenommen mit einer Lochblende an einer Digitalkamera zeigt diesen Effekt deutlich.

Lochkameraaufnahme – große Schärfentiefe aber allgemeine Unschärfe

 

 

Lensbaby Spark

Lensbaby Spark

Das Lensbaby Spark ist das günstigste Objektiv der Lensbaby-Serie, dementsprechend billig ist auch die Verpackung. Erhältlich ist das Plastikobjektiv mit vergüteter Glaslinse bereits ab ca. 70 Euro. Es besitzt eine Brennweite von 50mm und eine feste, kreisrunde Blende von 5.6; damit erzeugt es ein Bokeh, das man so nur bei wesentlich teureren Objektiven bekommt. Man betreibt die Kamera im manuellen Modus, es gibt keinen Autofokus oder Chip im Objektiv. Exif-Daten sind deshalb u.U. unvollständig oder fehlen. Bei manchen Kameras kann man Objektive ohne Chips (gedacht für alte, manuelle Objektive) im Setup-Menü manuell konfigurieren.

Das Besondere ist das Fokussieren: Durch Drücken oder Ziehen am Plastiktubus wandert der scharfe Bereich (sweet spot) an verschiedene Stellen des Bildes und der Unschärfebereich ist je nach Stellung des Tubus mehr oder weniger ausgeprägt. Am besten kommt der Effekt bei einer Vollformatkamera zur Geltung. Bei dem kleineren Cropsensor ist der Unschärfebereich nur klein und gerade er macht ja den Flair des Objektives aus.

Das Fotografieren mit dem Lensbaby erfordert einiges an Übung. Gerne nehme ich dabei die Hilfe des Schärfeindikators im Sucher meiner Nikon-Kameras  in Anspruch. Die Ergebnisse sind dabei nicht exakt reproduzierbar, der Horror eines jeden Naturwissenschaftlers. Die Bildanzeige auf dem kleinen Kameradisplay zeigt nicht, ob das Bild an der richtigen Stelle scharf genug ist. Erst die Kontrolle am Rechnerbildschirm bringt Gewißheit.

Das Lensbaby Spark ist ein nettes Spielzeug. Prima zum Rumprobieren. Es erzeugt einen unverwechselbaren Bildeffekt. Im folgenden noch einige erste Bilder, die ich mit der Nikon D800 gemacht habe (Klick macht groß!):

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