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Spionage raus – Privatsphäre rein

Der Eblocker

Privatsphäre ist im Internet heutzutage meist ein Fremdwort. Beim Surfen hinterläßt jeder Spuren. Webseiten tracken ihre Besucher, Werbenetzwerke tracken besuchte Seiten usw. Es werden detaillierte Persönlichkeitsprofile von Nutzern angelegt. Diese können z.B. sehr persönliche Eigenschaften beinhalten: Freunde, Familie, Wohnort, Interessen, Gesundheitszustand, ethnische Herkunft, Religion, etc. – um nur einige zu nennen. Das alles passiert ohne Kenntnis oder Einwilligung der User. Entsprechende Firmen machen diese Informationen dann zu Geld. Dies kann sogar zu massiven Nachteilen führen für die Surfer: Zukünftige Arbeitgeber, Banken und Versicherungen kaufen und nutzen diese Daten gerne um etwaige eigene Risiken auszuschließen oder zu minimieren.

Abhilfe verspricht hier der sogenannte Eblocker. Ein Gerät, das einfach per Plug&Play an den Router oder einen Switch angeschlossen wird und alle Geräte im Netzwerk (Computer, Tablets, Smartphones, SmartTVs und andere IoT-Devices) schützen soll. Der Hersteller bietet die Möglichkeit, die Software des Eblockers auf eigener Hardware zu testen und laufen zu lassen. Hat man einen Raspberri Pi oder Banana Pi, so kann man ISO-Dateien herunterladen und das Programm testen und sogar eine Lizenz auf dem eigenen Gerät erwerben. Da mich das Konzept sehr interessiert hat, habe ich die Software zunächst auf einem Raspberry Pi installiert und getestet.

Auch auf einem Raspberry Pi läuft die Eblocker-Software

Dabei musste ich feststellen, dass es bei einigen Routern beim Einrichten zu Problemen kommen kann. Bestimmte Modelle (z.B. Fritzbox 7490) funktionieren nicht per Plug&Play. Dies liegt aber an Firmwarefehlern der Router und kann mit detaillierten Anleitungen auf der Herstellerhomepage des Eblockers gelöst werden. (Für Interessierte: Man muss den DHCP-Server des Routers deaktivieren und auf dem Eblocker einschalten.)

Bei unverschlüsselten Internetseiten (http) funktioniert alles bestens. Bei verschlüsselten Internetseiten muss man zuerst in allen Browsern ein auf der Eblocker-Hardware erzeugtes Zertifikat installieren. Dann wird die Verbindung vom Browser zum Eblocker aufgebaut und von dort aus zu der eigentlichen https-Seite im Internet. Dies ermöglicht es dem Eblocker Werbung und Tracker zu blockieren. Dabei muss man aber dem Eblocker vertrauen. Für sensible Seiten (z.B. Online-Banking) kann man Ausnahmen definieren, diese Seitenaufrufe laufen dann nicht über den Eblocker. Vereinzelt stellte ich auch noch Probleme bei SSL-verschlüsselten Seiten fest. Zunächst gab es bei meinen iOS-Geräten Probleme, bis ich dann manuell die erste Aktualisierung auf die neueste Softwareversion angestoßen habe. Mit einer gültigen Abolizenz aktualisiert sich der Eblocker dann von selbst, so wie es auch bei Virenschutzprogrammen üblich ist. Die Releases, die es als Download für eigene Hardware gibt, sind u.U. nicht die aktuellste Version.

Schließlich habe ich mich doch entschlossen, eine Version des Eblockers direkt beim Hersteller zu kaufen. Im Lieferumfang sind ein Netzteil und ein LAN-Kabel enthalten. Auch Aufkleber für die Objektive von Webcams von Smartphones und Tablets sind dabei.

Im Lieferumfang enthalten.

Neben dem Schutz der Privatsphäre bietet der Eblocker auch noch die Möglichkeit, verschiedene Nutzerprofile und Jugendschutzmechanismen einzurichten (Beides nur in der etwas teureren Family-Version). Bei allen Modellen kann man durch Nutzung des TOR-Netzwerkes seinen Wohnort verschleiern oder einen eigenen VPN-Provider eintragen und verwenden. Außerdem läßt sich ein verwendetes Endgerät als ein anderes auszugeben. Tablets oder Smartphones können so z.B. als Desktop-Rechner getarnt werden. Dies kann bei einigen Internetshops helfen, günstigere Preise zu erhalten. Da diese Seiten normalerweise verschlüsselt sind, kann man in einen Konflikt kommen, da man diese Seiten dann über den Eblocker besuchen muss und der dann in der Mitte der Verbindung sitzt.

Die Anschlüsse des Eblockers

Fazit: Für wen seine Privatsphäre ein schützenwertes Gut darstellt, der sollte sich den Eblocker mal ansehen. Diesen Schutz gibt es aber nicht umsonst. Die ständige Weiterentwicklung und Verbesserung der Hard- und Software kostet nunmal Geld. Es gibt Jahres- und lebenslange Abos von der Pro- und der Family-Version. Einen genaueren Überblick bietet die Homepage des Herstellers.

Momentan gibt es auch einen 25-Euro-Osterrabatt.

Zum Schluß möchte ich noch darauf hinweisen, dass ich mir den Eblocker selbst gekauft und keinerlei Vorteile durch diesen Artikel habe. Privatsphäre und Sicherheit im Internet sollten für alle Benutzer eine große Bedeutung haben. Auch im Zusammenhang mit dem Internet der Dinge wird es immer schwieriger auf seine Privatsphäre zu achten, auch wenn man eigentlich nichts zu verbergen hat. Datenschutz wird nicht besonders groß geschrieben im Internet.