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Spaziergang durch Nabburg mit dem Yongnuo 50mm/1.8 Objektiv am Vollformat

Nabburg mit dem Yongnuo 50mm/1.8 an der Nikon D800

In diesem Beitrag zeige ich noch einige Testfotos, entstanden bei einem kurzen Spaziergang durch die Altstadt von Nabburg in der Oberpfalz. Aufgenommen wurden alle Fotos mit der Nikon D800. Meist wurde offenblendig fotografiert. Nur manchmal wurde ein bißchen abgeblendet.

Nikon D800 mit dem Yongnuo YN 50mm/1.8

Die Fotos wurden in RAW aufgenommen und in Lightroom entwickelt. Dabei fiel mir des öfteren die starke Vignettierung des Yongnuo auf. Am Crop-Format verwendet sollte dies nicht störend wirken.

Hier nun die Testfotos (Klick macht groß!):

Im letzen Beitrag habe ich bereits erste Eindrücke vom Yongnuo 50mm/1.8 mit Nikonbajonett geschildert.

Yongnuo 50mm/1.8

Das „New Petzval Lens“ der Lomographischen Gesellschaft


Die Lomographische Gesellschaft hat sich mit dem russischen Kamerahersteller Zenit zusammengetan und die Neuauflage eines klassischen Objektivs herausgebracht: Vor knapp 200 Jahren revolutionierte Joseph Petzval mit einer Neukonstruktion den Objektivmarkt. Sein Objektivdesign erlaubte eine bis dahin ungekannte Lichtstärke und ein sehr scharfes Zentrum. Die von Zenit in Krasnogorsk produzierte und für Vollformatsensoren gerechnete Neuauflage ist völlig anders als man das von modernen Objektiven gewohnt ist: Es ist ein vollständig manuelles Objektiv, d.h. kein Chip kommuniziert mit der Kameraelektronik und es gibt keinen Autofokus. Scharfgestellt wird mit einem kleinen Rad, das sich seitlich am Objektiv befindet.
Charakteristisch ist das Bokeh (= Qualität der unscharfen Bereiche im Bild) der Linse: Das Objektiv erzeugt bei offenblendiger Verwendung ein kreisförmiges Bokeh um die scharfe Mitte des Bildes.
Ganz ungewohnt ist das Blendensystem des Petzval-Objektivs: Steckblenden aus Metall werden von oben in einen schmalen Schlitz im Objektiv eingeführt. Die Gefahr des Staubeintritts in das Objektiv ist so natürlich gegeben. Auch muss man aufpassen, dass man die einzelnen Blenden nicht verliert. Vorteil davon ist natürlich, dass die Blenden wirklich kreisrund sind und keine „Ecken“ besitzen wie das bei modernen Lamellensystemen fast unvermeidbar ist. Außerdem wurden mit dem Objektiv noch drei Steckblenden in besonderer Form geliefert: es gibt eine Tropfen-, eine Stern- und eine Sechseck-Form. Damit lassen sich Spitzlichter im Bokeh in die entsprechende Form bringen.

Ans Fotografieren mit diesem Objektiv muss man sich erst gewöhnen/einarbeiten. An modernen DSLRs tut man sich mit dem Fokussieren schwer. Verwender von Nikon-Kameras haben hier den Vorteil, dass der Schärfeindikator im Sucher trotzdem funktioniert, das ist meines Wissens nach bei Canon nicht so. Bei der Verwendung des Objektivs an einer alten Analogkamera kann man u.U. einen Schnittbildindikator zum Scharfstellen benutzen, dies erleichtert die Sache ungemein.

Das Fokussieren selbst funktioniert mit der Stellschraube seitlich am Objektiv sehr angenehm. Die Übersetzung ist groß genug und die Lage ist ergonomisch, trotzdem bietet sich ein Arbeiten vom Stativ aus an. Nach den ersten Bildern war ich vom Handling begeistert.

Bei der Bildkomposition unterliegt man der Beschränkung berücksichtigen zu müssen, dass sich der Sweet Spot, der scharfe Bildbereich, in der Mitte befindet. Je offenblendiger man arbeitet, desto deutlicher tritt dieser Effekt hervor.

Verwendet man die Linse an einer Crop-Kamera, dann wird wahrscheinlich ein Großteil des typischen kreisrunden Bokeh-Effektes mit weggeschnitten. Dies ist sehr schade, da ja dies gerade die Charakteristik des Bildes mit prägt. Ich werde das demnächst testen. Die folgenden Bildbeispiele sind mit einer Nikon D800 (Vollformat) in RAW aufgenommen, entwickelt in LR4 und mit dem Details Enhancer der Nik Tools ausgearbeitet. Bei den Blumen-Beispielbildern wurde bei der Aufnahme noch ein 20mm-Makro-Zwischenring verwendet.

Die ersten Linsen waren Anfang 2014 bei den Fotografen, die das Projekt bereits letztes Jahr auf Kickstarter unterstützten. Ich habe mein Exemplar im Februar 2014 vorbestellt, Mitte Juni kam es dann bei mir an.

Das Objektiv ist sicher nicht für jeden geeignet. Das Arbeiten damit entschleunigt deutlich! Vollständig manuelles Arbeiten ist angesagt, Kameraautomatiken funktionieren nicht. Auf keinen Fall ist die Linse ein „Immerdrauf-Objektiv“. Sicher dagegen ist, dass die Verwendung dieses Petzval-Objektivs etwas Besonderes darstellt.

Bilder, die ich mit diesem Objektiv gemacht habe, werde ich in meinem entsprechenden Flickr-Album veröffentlichen.

Der Vollständigkeit halber hier noch die Objektiv-Spezifikationen:

  • Brennweite: 85 mm
  • Größte Blende: f/2.2
  • Blendensystem: Waterhouse Steckblendensystem bis f/16
  • Bildkreis: 44mm
  • Blickwinkel: 28 Grad
  • Bajonett: Canon EF und Nikon F
  • keine elektronischen Kontakte
  • Naheinstellgrenze: 1 m
  • Filterdurchmesser: 58mm

Kurzer Funktionstest Walimex 8mm Fisheye 1:3,5 UMC CSII

Vor kurzem testete ich ein neues Walimex 8mm Fisheye auf Funktion. Dabei handelte es sich nicht um mein eigenes Exemplar, das nebenbei bemerkt ein Samyang 8mm ist. Beide Objektive werden allerdings von Samyang in Korea hergestellt und sind absolut baugleich. In Deutschland vertreibt Walimex die Objektive unter seinem eigenen Namen. Samyang-Objektive werden unter vielerlei Markennamen vertrieben, auch z.B. Rokinon, etc.

Bei dem Objektiv, mit dem die unten gezeigten Probeaufnahmen gemacht wurden, handelt es sich um die aktuelle, zweite Version des Fisheyes. Es besitzt ebenso wie sein Vorgänger einen manuellen Fokus. Neu ist allerdings die abnehmbare Streulichtblende. Dies bringt an Vollformatkameras den Vorteil, dass ein größerer Teil des Sensors genutzt werden kann, denn eigentlich ist das Objektiv ein Vollformat-Fisheye für einen Crop-Sensor. Der Bildwinkel beträgt am Crop-Sensor 180 Grad auf der Bilddiagonalen.

Zur Anfertigung der folgenden Probeaufnahmen benutzte ich eine Nikon D300 mit Crop-Sensor. Die Bilder sind in Lightroom entwickelte RAW-Dateien, meistens auch leicht beschnitten. Das Bild vom Keramikmuseum Weiden wurde auch noch mit Nik Color Efex bearbeitet.

Die Probeaufnahmen entstanden innerhalb von 15 Minuten um die Feuerwache und die Josefskirche herum in Weiden.

Wie bei eigentlich allen Ultraweitwinkel- und Fisheye-Objektiven zeigen sich beim Walimex/Samyang sichtbare chromatische Aberrationen. Die lassen sich aber einfach in Lightroom entfernen, so dass dies in der Praxis kein Problem darstellt.

Mein Exemplar des Objektivs nutze ich hauptsächlich bei der Erstellung der Kugelpanoramen, die ihr in der Panoramagalerie ansehen könnt, mit der Vollformatkamera. Dazu werde ich vielleicht auch einmal einen Blogpost verfassen. Bilder, die ich mit meinem Samyang-Fisheye gemacht habe, finden sich z.B. in meinem Artikel

Bilder von Altenstadt und Neustadt mit dem Fisheye

Sigma 150mm/2.8 APO MACRO EX DG OS vs. Sigma 100-300mm/4.5-6.7 DL

Diesmal möchte ich zwei Teleobjektive von Sigma für das Vollformat vergleichen. Obwohl ich als Wissenschaftler ausgebildet bin hat dieser Test keinerlei wissenschaftliche Ansprüche und wird rein qualitativ bleiben.

Hier die beiden „Kontrahenden“: In der linken Ecke das Sigma 100-300mm/4.5-6.7 DL.  In der rechten Ecke das Sigma 150mm/2.8 APO MACRO EX DG OS.

Sigma TeleobjektiveMir ist schon klar, dass ich hier Äpfel mit Birnen vergleiche. Schon allein der Preisunterschied von 900 Euro lässt vermuten, welches der Beiden die bessere Abbildungsleistung liefert. Außerdem, ein einfaches Zoomobjektiv gegen ein mit Bildstabilisator ausgestattetes, lichtstarkes, apochromatisch korrigiertes Makrobjektiv antreten zu lassen, liefert eine sichere Wette. Makroobjektiven wird von Hause aus eine bessere Abbildungsleistung abverlangt. Allerdings war ich neugierig darauf, wie sehr sich die Unterschiede im Fernbereich und ohne Nachbearbeitung der Bilder mit bloßem Auge bemerkbar machen.

Deshalb testete ich die beiden Objektive an der Nikon D800 am Vollformat mit der vollen Auflösung von 36MP auf einem stabilen Stativ. Eine Herausforderung für jedes Objektiv.

Hier nun die Ergebnisse (Klick macht groß!):

Zuerst ein Bild mit dem Zoomobjektiv (ISO200, f/8, 1/500s bei 155mm):

DSC_2259 Sigma100-300mm kleinUnd hier vom Makroobjektiv (ISO200, f/8, 1/500s, 150mm):

DSC_2257 Sigma150mm klein

Beide Bilder wurden nur verkleinert, ansonsten sind sie JPGs direkt aus der Kamera (SOOC = so out of cam). Der Unterschied fällt sofort auf. Das Makroobjektiv besticht durch einen vieeel besseren Kontrast.

Noch deutlicher wird der Unterschied, wenn man sich einen 100%-Ausschnitt vom linken oberen Bildrand betrachtet:

Auch hier zunächst wieder das Zoomobjektiv:

DSC_2259 Sigma100-300mm CropUnd hier das Makroobjektiv:

DSC_2257 Sigma150mm CropDas Zoomobjektiv zeigt deutlich weniger Details und geringeres Auflösungsvermögen. Kein wirklich überraschendes Ergebnis!

Ein zweites Beispiel bestätigt das Offensichtliche. Zunächst die beiden verkleinerten JPGs SOOC, zuerst das Zoomobjektiv wieder, dann das Makroobjektiv:

DSC_2260 Sigma 100-300mm DL kleinDSC_2261 Sigma150mm kleinUnd jetzt die 100%-Crops, diesmal von der rechten oberen Ecke:

DSC_2260 Sigma 100-300mm DL CropDSC_2261 Sigma150mm CropDer Sieger steht glasklar fest. Hier gilt: Das Geld lügt nicht. Braucht man Top-Qualität, so muss man tiefer in die Tasche greifen und wird mit wesentlich besseren Ergebnissen belohnt.

Den Kontrast kann man nachträglich in der Bildverarbeitung noch anheben, das Auflösungsvermögen nicht. Keine Software kann nicht erfaßte Details extrapolieren.

Hier noch ein paar Bilder vom Sigma 100-300mm-Objektiv selbst:

Für den kleinen Geldbeutel liefert das 100-300mm-Zoomobjektiv aber durchaus brauchbare Ergebnisse. Vorausgesetzt, man schraubt es nicht gerade an ein Pixelmonster wie die Nikon D800 und möchte keine riesigen Wandprints machen lassen. Einen Wermutstropfen gibt es allerdings beim 100-300mm Zoomobjektiv noch: Es besitzt keinen eingebauten AF-Motor. Um den Autofokus zu nutzen, muss man das Objektiv an einem Gehäuse mit eingebautem AF-Motor betreiben. Die „kleineren“ Nikon-Modelle besitzen leider keinen, so dass hier manuell am Objektiv fokussiert werden muss. Man kann sich dabei aber nach den Schärfeindikatoren im Sucher richten, die funktionieren trotzdem. Für mich war das kein Problem, da sowohl die Nikon D300 als auch die D800 über einen eingebauten AF-Motor verfügen.

Das Sigma 100-300mm-Objektiv habe ich zwischenzeitlich ohne Wertverlust (war ein Gebrauchtes) wieder verkauft (ich hatte es ca. ein halbes Jahr) und mir stattdessen ein nur unwesentlich teuereres altes Nikon Nikkor AF 4.5-5.6/75-300mm gesteigert. Dieses zeigt nach ersten Aufnahmen einen wesentlich besseren Kontrast als das 100-300mm von Sigma. Außerdem ist das Nikkor aus solidem Metall gefertigt und vermittelt schon deswegen haptisch ein solideres und wertigeres Äußeres. Durch die Metallbauweise ist es natürlich auch wesentlich schwerer als der Plastikbomber von Sigma.

Tamron 24-70mm f2.8

Seit ich mit der Nikon D800 fotografiere benutze ich ein Nikkor 50mm/1.8 G als Standartobjektiv. Die Flexibilität eines Zoomobjektivs habe ich dabei aber doch vermisst, so fiel meine neue Wahl auf das hochgelobte Tamron SP 24-70mm F/2.8 Di VC USD mit Nikonanschluß.

Es ist lichtstark, hat einen Stabilisator (soll auch beim Filmen wirklich gigantisch sein!), ist spritzwassergeschützt und obendrein günstiger als das Originalnikonobjektiv. Mit diesem Zoombereich gibt es momentan noch kein anderes Objektiv mit Stabilisator. Die Bildqualität soll auch stimmen, auch bei der D800. Der Filterdurchmesser ist mit 82mm schon gigantisch groß!

Mein erster Eindruck war sehr positiv: Gut verarbeitet, fast ein Kilo Glas, verpackt in wertigem Kunststoff. Das spart etwas Gewicht im Vergleich zu Metallobjektiven. Trotzdem spürt man das Gewicht des Objektivs schon deutlich, das will geschleppt werden, ein deutlicher Unterschied zu meinem 50mm-Objektiv. Der Zoomring läuft gut und hat genug Widerstand damit sich die Brennweite nicht von selbst verstellt wie bei anderen Objektiven, die ich besitze. Der (eigentlich überflüssige) Zoomlock-Hebel ist allerdings etwas klein ausgefallen.

Hier mal die allerersten Testfotos, die ich mit diesem Objektiv gemacht habe. Sie wurden in RAW aufgenommen und mit LR4 entwickelt.

Heute Vormittag konnte ich dann noch einige weitere Bilder mit dem Objektiv bei einem kleinen Stadtrundgang durch Weiden machen (ebenfalls RAW und LR4):

Und hier noch ein aus 4 Bildern zusammengesetztes Panorama vom ehemaligen Dännereck in Weiden. Dort war früher einmal ein Bekleidungsgeschäft, jetzt ein Parkplatz und wahrscheinlich bald ein großes Einkaufszentrum.
ehemaliges Dännereck

Bis jetzt bin ich mit dem Objektiv sehr zufrieden. Der Einsatz macht Spaß. An das Gewicht muss ich mich erst noch gewöhnen. Das schöne Bokeh kann gut für die Komposition der Bilder eingesetzt werden.