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Stadtrundgang mit der analogen Nikon EM und dem Soligor 2.8/20mm-Objektiv in Weiden

Am 02. Dezember lud ich die alte Nikon EM mit einem AGFA APX 100 Schwarzweißfilm und machte einen kleinen Spaziergang durch die Weidener Altstadt und den Weihnachtsmarkt. An der Kamera hatte ich ein Soligor 2.8/20mm-Objektiv. Der Film wurde bei Rossmann entwickelt, von mir gescannt und in LR ein bisschen optimiert.

Wie immer gilt: Klick macht groß.

Ein Artikel über die Nikon EM wird demnächst folgen.
Hier ist noch ein Bild meiner Nikon EM, allerdings nicht mit dem verwendeten 20mm-Objektiv von Soligor, sondern mit einem Nikkor 1.8/50mm der E-Serie.
Nikon EM with Nikkor 1.8/50mm E

Holgagrafie: Eine kurze Einführung

Die Holga ist eine billige Plastikkamera, die für den chinesischen Massenmarkt in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelt wurde. Sie belichtet 120er Mittelformatfilm entweder im Format 6×6 oder 4,5×6 cm. Die Formatauswahl erfolgt durch zwei verschiedene Masken, die hinter das Objektiv gesteckt werden. Lässt man die Masken weg, bekommt man nicht reproduzierbare Unschärfeeffekte, da der Film dann nicht mehr unbedingt plan liegt.

Die Einstellmöglichkeiten sind bei einer Holga sehr limitiert: Es stehen nur zwei Blenden zur Verfügung, offiziell f8 und f16, in Wirklichkeit eher f13 und f19. Die Entfernung wird grob über einen mit Symbolen verzierten Einstellring festgelegt. Die Plastiklinse (mittlerweile gibt es auch Modelle mit einer einfachen, unvergüteten Glaslinse) besitzt eine Festbrennweite von ca. 60 mm. Die Verschlußzeit beträgt ca. 1/100 s, manche Modelle bieten noch die Möglichkeit, den Verschluß solange offen zu halten, wie der Auslöser gedrückt wird (Bulb).

Im Laufe der Zeit kamen immer mehr Modelle mit verschiedensten Ausstattungsmerkmalen auf den Markt. Es gibt Holgas mit Plastik- oder Glaslinsen, sie sind aber auch als Lochkameras erhältlich. Desweiteren gibt es Modelle mit Lichtschachtsucher, für 3D-Fotografie und für Panoramafotografie. Alles sind analoge Apparate für Mittelformat- oder Kleinbildfilm.

Erhältlich sind die verschiedenen Modelle über die Bucht von Anbietern aus Hongkong, etwas teuerer wird es bei deutschen Händlern.

Die Ergebnisse, die man mit einer Holga erzielt sind alles andere als perfekte Bilder. Aufgrund der billigen Bauart ergeben sich eine Fülle von Abbildungsfehlern, die aber gerade den Reiz der Aufnahmen ausmachen. Einige dieser eingebauten „Features“ sind zum Beispiel:
Die Bilder vignettieren stark; der Ort maximaler Schärfe liegt im Zentrum, zum Rand hin werden die Bilder sichtlich unscharf; vom sichtbaren Farbspektrum werden am unteren und oberen Ende Wellenlängen abgeschnitten, auch gibt es deutliche chromatische Aberationen, dies führt zu einer charakteristischen Farbstimmung bei Holgabildern; oft gibt es auch Lichtlecks, die die Bilder einer Holga einzigartig machen. Die Lichtlecks und das rote Sichtfenster in der Rückwand, das die Bildnummer des Films bei Mittelformatmodellen zeigt, werden aber auch oft mit Klebeband abgedichtet damit kein Licht eindringen kann.

Der manuelle Filmtransport bietet Raum für kreative Einsatzmöglichkeiten. So sind z.B. Mehrfachbelichtungen oder überlappende Belichtungen sehr einfach realisierbar.

Das Fotografieren mit einer Holga ruft bei den Betrachtern unterschiedliche Reaktionen hervor: Auf der einen Seite genießt die Holga Kultstatus, auf der anderen Seite gibt es viele, die diese Art der Fotografie zutiefst verabscheuen. Für mich ist das Fotografieren mit der Holga ein Experiment. Manchmal gefallen mir die Ergebnisse, oft auch nicht.

Wie steht ihr zur Holgagrafie? Mögt ihr sie oder haßt ihr sie? Lasst es mich doch in den Kommentaren wissen.

Für meine Bilder verwende ich eine Holga 120N. Es ist das einfachste Modell für Mittelformatfilm mit Plastiklinse und Mittenkontaktblitzschuh.

Zum Schluß noch Bilder eines von mir bei einem Rundgang durch Nabburg (Oberpfalz/Bayern/Deutschland) aufgenommenen Films, schwarzweiß, Kodak Tmax pro 100, 06/2002 abgelaufen. Belichtet am 24.05.2013 bei sehr bedecktem Himmel. Es sind nur elf Bilder, da ich den Film beim Einspulen in die Kamera zu weit gedreht habe. Die Ergebnisse in ihrer Unvollkommenheit erinnern mich an mehr als 100 Jahre alte Aufnahmen.

Weitere Holgaexperimente werde ich in loser Reihenfolge hier im Blog präsentieren.