Archiv für den Monat: Juni 2018

Das Naiad 15mm Neptune Convertible Art Objektiv

Naiad 15mm Neptune Convertible Art Lens

In einem früheren Blogpost berichtete ich bereits über das Neptune Convertible Art Lens System der Lomographischen Gesellschaft. Das Wesentliche dabei ist, dass das Blendensystem der Objektive getrennt von den Optiken ausgeführt ist. Man benutzt für alle Objektive die gleiche Blendenbasis, die ans Bajonett der Kamera angesetzt wird. Die Glasoptiken selbst sind deshalb sehr kompakt, da sie auch keinen Autofokus unterstützen und manuell fokussiert werden.

Die Blendenbasis der Neptune Convertible Art Objektive

Vor kurzem erhielt ich dann auch das neueste Objektiv der Serie. Bestellt hatte ich es bereits – wie das restliche Neptune System auch – auf Kickstarter. Da gab es als Early Bird einen saftigen Preisnachlass :-).

Die Optik kommt – lomographietypisch – in einer schönen Schachtel. Mit dabei ist ein drehbarer Filterhalter für 10cm-Rechteckfilter.

Box Naiad Neptune Convertible Art Lens

Das Naiad hat eine Anfangsblende von F3.8. An der Blendenbasis der Objektivreihe besteht dazu noch die Möglichkeit bei schlechten Lichtverhältnissen die Blende noch etwas zu öffnen. Dabei kann es aber zu einer (geringen) Verschlechterung der Abbildungsqualität kommen. An der Blendenbasis muss der Einstellring für die verschiedenen Optiken auf die 35mm-Optik gestellt werden. Dort entspricht dann die F3.5-Einstellung der Blende F3.8 des Naiads, die restlichen Blendenmarkierungen sollen mit der 35mm-Optik übereinstimmen.

Nikon D800 mit Blendenbasis und Naiad 15mm Optik

Beim manuellen Fokussieren muss man aufpassen, dass die stufenlose Blendeneinstellung nicht verstellt wird. Das Fokussieren fällt bei Offenblende leicht, blendet man ab, wird die Blende sofort geschlossen und das Sucherbild wird dunkler. Dann fällt die richtige Scharfstellung schwerer. Ich empfehle bei offener Blende zu fokussieren und erst dann die Blende auf die Arbeitsblende zu schließen. Die kleinste einstellbare Blende ist F22.

Die Naheinstellgrenze liegt bei 1 cm. Diese Angabe verwirrt mich, denn sie ist offensichtlich der Gegenstandsabstand zur Frontlinse, nicht wie sonst üblich der Abstand vom Sensor/Film zum Gegenstand. Bei abgeblendeter Optik lassen sich damit Bilder mit imposantem Tiefenschärfebereich aufnehmen. Dabei sollte man sehr aufpassen, dass man bei diesem geringen Gegenstandsabstand nicht mit der Frontlinse das zu fotografierende Objekt berührt! Besonders, weil die Frontlinse sehr stark nach vorne gewölbt ist.

Die Frontlinse des Naiad ist stark nach außen gewölbt.

Mit einem Aufnahmewinkel von 135° positioniert sich das Naiad im Bereich der Ultraweitwinkel. Entsprechende Verzeichnungen bei den Aufnahmen sind deswegen unvermeidbar und sollten als Stilmittel verwendet werden.

Die mehrfach vergütete Glasoptik macht haptisch einen sehr soliden und hochwertigen Eindruck. Leider besitzt sie aber auch die Tendenz zu chromatischer Aberration (CA). Deutlich wird dies besonders, wenn man RAW-Dateien beim Entwickeln sättigt. Dies sollte aber für einen Digitalfotografen kein Problem sein, lassen sich CAs doch in den meisten RAW-Konvertern leicht beseitigen. Ob es sich bei analogen Aufnahmen störend äußert, habe ich noch nicht ausprobiert.

Noch zu erwähnen ist, dass für die Verwendung der Optik unbedingt die Blendenbasis dazugekauft werden muss, sofern man diese nicht schon zur Verwendung mit den restlichen Neptune-Optiken besitzt. Im Shop der Lomographischen Gesellschaft gibt es entsprechende Bundles. Anmerken möchte ich an dieser Stelle auch, dass ich keinerlei Vorteile durch den Hersteller oder Verkäufer habe, ich habe die Optik über die Kickstarter-Kampagne erworben und selbt bezahlt! Der Artikel gibt meine unabhängige persönliche Meinung und Erfahrungen wieder.

Im Folgenden noch einige Beispielbilder, aufgenommen mit einer Vollformat Nikon D800 (RAW) und dem Naiad 15mm, entwickelt in Lightroom (Klick macht groß!):

Zum vergrößerten Ansehen:

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Das Neptune Convertible Lens Art System ist angekommen!

Das Neptune Convertible Art Lens System

PhotoLemur – automatische Fotobearbeitung mit künstlicher Intelligenz

Fotos mit dem Laden in ein Programm automatisch zu verbessern, ohne dass man noch irgendetwas nachbearbeiten muss, das klingt zu gut um wahr zu sein, stimmts? Genau das verspricht das Programm PhotoLemur. Ich habe mir das Programm angesehen und getestet.

 

Die Aussagen dieses Artikels beziehen sich auf Version 2.2. Allerdings gibt es auf der Homepage von PhotoLemur bereits die Möglichkeit, die nächste Version (PhotoLemur 2.3 Phoenix) mit einem Rabatt von 20% vorzubestellen. Die Aktion endet in vier Tagen und ich bekomme keinerlei Provision oder Zuwendung von Skylum, der Firma, die hinter PhotoLemur steht.

Skylum ist auch der Hersteller von Luminar, einer Software zum Entwickeln von RAW-Dateien. In Luminar 2018 gibt es auch einen Filter, der mit künstlicher Intelligenz Bilder verbessert. In Luminar sind die Möglichkeiten der Bildverbesserung ähnlich mächtig wie in Lightroom. Dies bietet PhotoLemur nicht. Die einzige Eingriffsmöglichkeit besteht in der Anpassung der Stärke der Verbesserungen, die angewandt werden, von 0 bis 100%.

Der Hauptvorteil von PhotoLemur ist die Einfachheit der Anwendung: Man braucht nur eine Bilddatei öffen und schon legt die App los. Komplexe Berechnungssmagie wird durchgeführt und nach wenigen Sekunden sieht man das Ergebnis. Man braucht nur noch speichern. PhotoLemur beherrscht auch die Stapelverarbeitung mehrerer Bilder: man kann ganze Verzeichnisse in einem Rutsch verarbeiten und speichern lassen. Sehr praktisch. Dabei verarbeitet die Software alle gängigen Bildformate und sogar RAW-Dateien.

Schauen wir uns ein praktisches Beispiel an:

Zunächst das Originalbild, wie es als JPG direkt von einem iPhone8 kommt:

Original JPG vom iPhone8

Dieses Bild zieht man nun auf die PhotoLemurApp (hier auf einem Windiws-Rechner) und erhält das folgende Ergebnis (Anwendung der von PhotoLemur durchgeführten Verbesserungen zu 100%):

Bearbeitung mit PhotoLemur

Und zum Vergleich eine kurze Bearbeitung auf dem iPhone mit der App Snapseed:

Bearbeitung mit Snapseed

Die Verbesserungen, die PhotoLemur vorgenommen hat, sind besonders deutlich im Himmel zu sehen. Dieser ist stärker gesättigt und die Wolken treten schön hervor. Ebenso sind Details in der Ferne der Landschaft besser zu erkennen, die Farben sind frischer und kräftiger. Die Sättigung des Bildes ist mir persönlich noch etwas zu wenig, aber dies ist eine Geschmackssache. Auf jeden Fall hat das Originalbild durch die Bearbeitung mit PhotoLemur gewonnen.

Klar wird aber auch, dass man bei PhotoLemur nur die Stärke des Effekts anpassen kann, die Einflussmöglichkeiten auf das Endergebnis sehr gering sind. Dafür ist der Aufwand auch sehr gering und man hat sehr schnell eine Verbesserung des Originalbildes. Investiert man etwas mehr Zeit und bearbeitet man das Bild persönlich nach, so ist das Ergebnis auch mehr nach seinem eigenen Geschmack, aber dazu muss man Zeit und Arbeit investieren.

Jetzt noch ein Beispiel für eine RAW-Entwicklung. Das Bild wurde mit einer Nikon D5300 aufgenommen.

RAW-Entwicklung mit PhotoLemur

Auch hier könnte ich mir das Ergebnis insgesamt noch etwas knackiger vorstellen. Aber PhotoLemur hat hier wirklich gute Arbeit geleistet. Die tiefen Schatten wurden gut aufgehellt und die hellen Bereiche abgedunkelt. Das Ergebnis ist auf jeden Fall besser als ein JPG direkt aus der Kamera. Man kann so eine wirklich schnelle RAW-Entwicklung mit passablen Ergebnissen erreichen.

Etwas begrenzt ist momentan noch die Exportfunktion von PhotoLemur, man kann nur JPG-Bilder erzeugen und das Zielverzeichnis wählen. Dies soll sich aber in der neuen Version 2.3 ändern und mehr Möglichkeiten bieten. Außerdem kommt eine neue Bildbearbeitungs-Engine und eine Objektivkorrektur hinzu. Ich bin gespannt!

Erhältlich ist das Programm für Windows und MacOS. Kein Abomodell, die Einzellizenz kostet momentan 34,99 USD, die Familienlizenz für bis zu 5 Geräte kostet 49,99 USD, Performance-Updates inklusive.

Fazit:

Für schnelle Ergebnisse ohne großen Aufwand lässt sich PhotoLemur gut verwenden. Auch ganze Ordner werden ohne großes Zutun verarbeitet. Wenn jemand keinen großen Aufwand betreiben und trotzdem mehr aus seinen Bildern herausholen möchte, für den ist PhotoLemur eine gute Wahl.